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gleichen Hausmarken u. a. oftmals durch ihre Sinnbildhaftigkeit einentiefen Einlick in die Weltanschauung ihrer Inhaber.*)
Diese und andere Gemeinsamkeiten und Verschiedenheiten führenzwangsläufig zur Frage der wissenschaftlichen Stellung beider For-schungszweige zueinander. Die Antwort berücksichtigt keinerlei wer-tende Rangordnung, sondern lediglich die tatsächliche Lage, wenn siebefagt: Die Sippenkunde ist eine Hilfswissenschaft der Volkskunde unddie Volkskunde ist eine Hilfswissenschaft der Sippenkunde. DiesesWechselverhältnis erschöpfend zu behandeln, wäre im Hinblick auf dieim Gange_befindliche Neuordnung innerhalb der Sippenkunde nochverfrüht. Daher sei andeutungsweise hier lediglich erwähnt, daß dieSippenkunde durch ihre historisch- philologische Methode urkundlichgesicherte Unterlagen etwa für das Bestehen 5) und für die Binnen-und Fernwanderung bestimmten Volksgutes und Volksbrauches eben-so zu bieten imstande ist wie für die Persönlichkeitsforschung, in derenVerfolg noch A. Haberlandt„ die Ahnen- und Familienforschung dieBrücke zwischen Volkskunde und Rassenkunde" darstellt.) Die Volks-funde hingegen vermag beispielsweise der Sippenkunde eine Reiheneuer Quellen und Hilfsmittel zu erschließen oder sie hilft durch For-schungsziel und Betrachtungsweise Kräfte im Volk, wie etwa dieÜberlieferungskraft, klarzustellen und so die Forschungsergebnisse derSippenfunde einer neuen Ganzheitsschau einzufügen. Es iſt verſtänd-lich, daß die Sippenkunde sich in erster Linie für die Erschließungneuer Quellen und Hilfsmittel durch die Volkskunde interessiert. Dar-um sollen im dritten Abschnitt nach dieser für die zeitweilige Stand-ortsbestimmung notwendigen, die Fragestellung aber keineswegs er-schöpfenden Einleitung die Sammelstätten solcher Quellen und Hilfsmittel, nämlich die Volkskundemuseen mit ihren Büchereien und ihrenSchau, Studien- und Lagersammlungen in den Blickpunkt der Sippen-kunde gerückt werden.
II.
Rund ein Jahrzehnt nach dem Zeitpunkte, in dem OttokarLorenz sein bereits erwähntes, für die moderne Sippenforschungbedeutsames Lehrbuch der Genealogie herausgegeben hatte, wies
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4) Eduard Heydenreich: Handbuch der praktischen Genealogie, Bd. 1,1913, S. 223 ff. Friedrich Weden: Taschenbuch für Familiengeschichts-forschung, 5. Aufl., 1937, S. 187. Karl Konrad A. Ruppel: Die Haus-marke. Das Symbol der germanischen Sippe. In: Deutsches Ahnenerbe, Bd. 1,1939, S. 31 ff., 20 ff.
5) Josef Dem leitner: Familienkunde und Volkskunde. In: Volk undVolkstum, Jahrbuch für Volkskunde, Bd. 1, 1936, S. 240. Demleitner weist aufeinige Auswertung.smöglichkeiten der Pfarrmatrikeln und Verkündbücher fürdie Volkskunde hin; siehe besonders S. 239 ff. Vergl. hiezu in sippenkundlicherSicht Wecken, a. a. D., S. 109 ff.
3) Haberland t, a. a. D., S. 149. Bergl. hiezu in anderem Zusam-menhange Ottokar Lorenz, Lehrbuch der gesamten wissenschaftlichen Ge-nealogie, 1898, S. 26:„ Die Brücke, auf welcher sich die geschichtliche und Nasturforschung begegnen und begegnen müssen, ist die Genealogie."