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Züge: die breiten Backenknochen, der scharfe, etwas stechende Blick dertiefliegenden Augen, die etwas gebogene Nase mit dem schmalenNasenrücken und das energische Kinn, einem lebenden Modell nach-gebildet zu sein scheinen. Von der ursprünglichen Bemalung habenjahrhundertelange Witterungseinflüsse nur einen schwachen Schein zu-rückgelassen.
Der Gedanke, den Türken auf den Brunnenstock aufzusetzen, warzweifellos im Hinblick auf den Zweck ein überaus glücklicher. Lenkte derKruzifizius am Wege und das Muttergottesbild im Halbdunkel der
Stubenecke den Sinn desfrommen ostmärkischenBauern auf religiöses Ge-biet, so zwang der Blickdes Türken zum Besinnenauf die materiellen Nötedieser Welt. Alle Hof-genossen mußten im Laufedes Tages an ihm vor-über. Jeder hatte zummindeſten einmal am Tagedas Gefühl, daß das Augedes Türken auf ihn ge=richtet war. Die unheim-liche Holzfigur an derWohnhausecke dicht vorder Haustür war gleich-sam ein erster Abgesandterdes Türkenheeres, derallen, die die Schrecknisseeines Türkenüberfallesnoch nicht durchgemachthatten, an die Berichte derEltern und Großeltern er-innerte und der sie alle
Abb. 5. Der Radlacher Brunnentürke( Muſ. f. mahnte, immer auf der
Volfsk.).
Hut und notfalls zurFlucht bereit zu sein.
Erst als zu Beginn des 18. Jahrhunderts Prinz Eugen dieislamitische Gefahr für immer gebannt und damit die christlichen Völ-ker der Ostmark von einem jahrhundertealten Alp befreit hatte, alsdie maßlose Freude darüber u. a. auch dadurch zum Ausdruck kam,daß, wie in Rohrbach im Mühlviertel, einzelne Bauern, vielleicht ehe-malige Kriegsteilnehmer, fupfergeschmiedete Giebelspißen mit Halb-mond und Stern als Siegeszeichen auf ihre Häufer fetzten, da ver-stummten nicht nur die Türkenläuten und Türkengebete, da verlorenauch die Brunnentürken ihren Sinn und Bedeutung. Jezt hat viel-leicht mancher ostmärkische Bauer den unbequemen Warner zerhackt