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direkt beteiligen konnte. Diese Arbeit mußte von Haberlandt persönlichin der kargen Freizeit neben seinem Dienſt am Hofmuſeum geleistetwerden. Die reiche Erfahrung in muſealen Dingen, die er sich in seineramtlichen Stellung erworben hatte, kam ihm dabei wohl zustatten;ein Diener war dabei seine einzige technische Hilfe. Die spärlichenMittel des Vereines wurden ergänzt durch Spenden großmütigerGönner, deren Interesse für die Sache Haberlandt in ausgezeichneterWeise zu gewinnen verstand. Dieser Zustand dauerte bis etwa 1911als die Regierung in Erkenntnis der großen kulturellen Bedeutung desMuſeums Haberlandt zum staatlich besoldeten Direktor des Muſeumsernannte. Damit war er zugleich des bisher ſeine Zeit und Kraft zumgrößten Teil beanspruchenden Dienstes am Hofmuseum enthoben undkonnte sich voll seiner eigentlichen Lebensaufgabe widmen. Die präch-tigen Tafelwerke über österreichische Volkskunst, die in den folgendenJahren von Haberlandt aus den Beständen des Museums heraus-gegeben wurden, zeugen ebenso von den dort verwahrten Schäßen, wievon der Meisterschaft ihres Treuhänders in der wiſſenſchaftlichen Bear-beitung.
Dann kam die schwere Zeit des Weltkrieges und mitten in dieſerdie unabweisbar gewordene Notwendigkeit der Überführung der Samm-lungen in geeignetere Räume. Daß von der Stadtgemeinde in groß-zügiger Weise das Palais Schönborn für eine würdige Aufstellungder Sammlungen zur Verfügung gestellt wurde, iſt mit ein Verdienſtder unausgeſekten Bemühungen Haberlandts, ebenso die unter ſchwie-rigsten äußeren Verhältnissen durchgeführte Überſiedlung. Als ſtellver-tretender Vorſizender des Vereins war ich ständig Zeuge der Vegei-ſterung und des Eiſers, womit Haberlandt allen Schwierigkeiten zumTroß ſein Ziel verſolgte, und wie er es schließlich erlebte, ſein Muſeumals eines der reichhaltigſten ſeiner Art ausgestattet zu sehen, dem nurBudapest und Stockholm ähnliches zur Seite zu ſtellen hat.
Mit dem Wachstum der Sammlungen stieg natürlich auch derAufwand für Personal und Instandhaltung. Die vom Miniſteriumgewährten Zuschüsse und die Spenden von verschiedenen Seiten konntennur notdürftig über den dringendsten Bedarf hinweghelfen. Immermehr drängte sich die Forderung auf, ein Inſtitut von ſolchem Umfangund Bedeutung in den geordneten Betrieb staatlicher Verwaltung zuüberführen. Diesem Gedanken konnte jedoch erſt ernſtlich nähergetretenwerden, als der Anſchluß Öſterreichs an das Deutſche Reich erfolgt warund alsbald auch eine wesentliche Erleichterung der Finanzgebarungeintrat. Im Dezember v. J. wurde in einer Sigung des Ausschusses