Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde45 (1940) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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45 (1940) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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Paßformen erhoben, Säulen mit bannendem Geschlinge festigten, Lebens-sprosse, Lilienblumen und Geiſtflammen zu einer höheren Einheit verschmolzen,all dies nicht nach dem Buchstaben kirchlicher Lehre, sondern aus ihrem ur-trüchfig deutschen Weltbild heraus, dessen reiche Gedanklichkeit gerade in derSinngebung von Baum, Weltsäule, Lebenssproß und Geistblume der Verfasserungemein vielseitig beherrscht. Recht einfallsreich wird die Auslegung vonKreis- und Kreuzgebilden angegangen, während sich Becher und Kessel dergermanischen Vorzeit unmittelbarer als Abbild des Himmelsgewölbers in ihrerAuszier zu erkennen geben. Nicht allen Vermutungen des Verfassers insprachlicher und kulturgeschichtlicher Sicht möchten wir folgen, offen bleibt fürden Volksforscher auch der Wunsch, daß bei solcher Vertiefung des germaniſchenWeltbildes die Brücken nicht übersehen würden, die von der deutschen Wissen-schaft ebenso hingebungsvoll und verdienſtlich in den weiteren Lebensraum derIndogermanen bereits geschlagen wurden.Hd t.

Alfred Detering: Die Bedeutung der Eiche seit der Vorze it.198 Seiten mit 81 Abbildungen. Leipzig, Curt Kabißsch, 1939.

An diesem Buch ſpricht zunächst schon der Gegenstand einmal unmittelbaran. Mit hochgemuter Sprache ihm angemessen verbreitet sich Detering überdie Eigenschaften, die der Eiche im nordischen Lebensraum seit der Vorzeit be-sondere Geltung im Volk verschafften. Mit beſſerer Begründung als sieM. Höfler seinerzeit seinen Anschauungen zugrunde legte, wird das Ansehender Eiche in der Heilkunde, wie im Weltbild und der Totenehrung unsererAltvordern im besonderen erörtert. Die Wiedergabe des Baumes in der Volks-kunst scheint bei aller Stetigkeit eher ſparſam, um so mehr mag man die roman-tische Dichtung und Malerei und nicht zuletzt den Naturschuß begrüßen, diedas Ansehen des Baumes unentwegt hoch halten. Der Abschnitt über die werk-gerechte Nutzung des Eichenholzes erfährt durch eine Liste vor- und ſrühgeſchicht-licher Funde eine beachtliche altertumskundliche Vertiefung.

Hd t.

M. F. Helmers: Sinnbilder alten Glaubens in oſt frie fi-scher Volkskunst. 55 Seiten mit 73 Abbildungen, Aurich, A. H. F. Dunk-mann, 1938.

Die zunehmend einheitlich ausgerichteten Gedankengänge der deutschenSinnbildforschung lassen für vielerlei Gestalten und die Linienführung auchvon Zierfeldern geschichtlicher Stile eine Bedeutsamkeit erahnen, die sich aufaltes Herkommen aus germanischer Weltanschauung gründet. Gitterwerk vonTür und Fenſteröffnungen, Oberlichten, Füllungen, Firstschilder gewannen ſoein sinnvolles Gepräge, das je nach ihrer Widmung einer unterschiedlichen Bild-sprache sich bedient. Klassizistische Formprägungen treten in beſonderer_ſtil-voller Klarheit hervor, Blumenſproſſe, tiergeſtaltiger Giebelschmuck und dielandläufigen Gebildbrote zeugen am unmittelbarsten für die volkstümliche Ve-sinnlichkeit, mit der in Ostfriesland derlei Kunstschaffen geübt wurde, das derVerfasser mit seinen Erläuterungen insbesonders seinen Nachfahren nahebringen will!HD t.

Th. Vernaleken: Alpensagen. Herausgegeben von Hermann Burg.Salzburg, Anton Pustet, 1938. 435 Seiten.

Die seit langem vergriffenen Alpenſagen Th. Vernalekens find in diesersauber gedruckten Neuausgabe nicht nur wieder einem um das Überlieferungs-