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zu wissen. Er fängt an zu schimpfen, schlägt auf sie los und jagt sie zurückzu den Kindern. Sie zieht bei der Tür hinaus, während sie fortwährend ge=prügelt wird. Dies wiederholt sich dreimal unter immer ärgerem Schreien,Schimpfen und Zuschlagen des Mannes. Er schreit, daß er nicht mehr daheimbleibe bei seinem Weibe Glossar ::: zum Glossareintrag Weibe, sie wiederum will von den Kindern nichts wissen,sondern nur ihm folgen. Das drittemal erschlägt er sie ganz. Zuerst jammerter, dann läßt er sie fortschaffen. Nun rutscht er auf seinem Schemel reitendvon einem Weibsbild zum andern und hält ums Heiraten an. Endlich findeter eine und ladet alle zur Hochzeit ein. Der Tanz geht los, und_man_unter-hält sich aufs beste; plötzlich erscheint sein totes Weib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib und rußt die zweite Frauordentlich an. Dann geht der Tanz weiter.
Bei allen Beschreibungen des luſtigen Spieles fällt die stets gleichbleibende
Romreisen▲ Kirtareiten
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H.K.
Abb. 1. Verbreitung des Romreisen und Kirtareiten.
seste Spielregel mit denselben Worten und Handlungen auf. Das wird wohlauch der Grund für das zähe Weiterleben des Spieles sein, das seit Bertholdvon Regensburg( gest. 1272) bis heute anscheinend unverändert im ſelben Ge-biet geübt wird. Denn die Verbreitung wird auch damals nicht viel größergewesen sein, da es fich hier um kein ausgesprochenes Rückzugsgebiet handeltund es auch nicht einzusehen iſt, warum ein solch harmlos luſtiges Spiel ander-wärts verloren gegangen sein sollte.
Die Gesamtheit der Belege zeigt deutlichſt, daß es sich um ein Erntefeſt-spiel handelt; nur für Ungenach wird erwähnt, daß das ausdrücklich als beliebtbezeichnete„ Nomreiſen" zur Spinnſtubenbeluftigung dient 2). Einer brieflichenAnregung Raimund Zoders, Wien, vom 15. Februar 1937 folgend, bezeichnetman derartige Bauernspiele am besten als Tanzspiele, und Zoder verweist dazutreffend auf Scherenschleifer- und Barbiertanz.
2) Heimatgaue 3( Linz 1922), 147.