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Kini schaugt und fiacht den schwärzu Bui. Åber der junge Prinz, wia- r- aſein Våtern ſiacht, laft auf ihn zui und sågt:„ I bin dein Sohn".
Die zwa Prinzn, wia die dös ghört håbn, håbn ſi versteckt in derWohnung und so sagt der Kini:„ Wås ſoll ma mit die zwa machn?"Sågt der Junge:„ Går nix, Våter, går nix. Jåg ſie furt, gib sie in aSchloß und mir werdn den Låg mit Freudn beginnen ,,. Der Prinzhåt dånn die Prinzessin gheirat, der Vogl håt ållweil gsungan und' sPferd wår' s schenste Pferd.
Ich habe das Märchen vom Goldvogel Phönix vor drei Jahrenin Wien aufgezeichnet. Es hat mich damals sehr eigenartig berührt,als ich dieſes ſchöne, altertümliche Märchen, an dem sich die Geseze derlebendigen Volksüberlieferung so eindrücklich zeigen lassen, in einerWiener Stadtwohnung niederschrieb. Ich habe schon viele Märchenaufgezeichnet, aber die Überlieferungsträger waren immer ganz schlichte,einfache Bauern und Handwerker, die kaum leſen und schreiben konntenund die mit ihrem ganzen Denken noch tief und fest in der ererbtenÜberlieferungswelt wurzelten. Es war keiner darunter, der über dieDorfgemeinschaft hinausſtrebte, aus der er ſtammte und ſie alle warenin kleinen, einſchichtigen Bauerndörfern zu Hause, die weit entferntwaren von den großen Verkehrslinien und daher ihr angeſtammtesÜberlieferungserbe vor den zersetzenden Einflüssen der großen Städtebewahrt hatten.
Frau Seeböck, jene nun achtzigjährige alte Dame, der ich dasMärchen vom Goldvogel Phönix verdanke, macht eine Ausnahme. Sieist die einzige Märchenerzählerin, die ich bis jetzt kennen lernte, die zuden gebildeten Schichten gehört. Wohl stammt auch sie aus einem Dorf,es ist Stronsdorf im nördlichen Niederdonau. Ihre Vorfahren sinddort Bauern gewesen. Sie selber aber war Handarbeitslehrerin undverbringt jetzt nur mehr die Sommer in ihrer Heimat. Im Winter lebtſie in Wien. Und so schickte es sich, daß ich in Wien ein echtes, richtigesVolksmärchen zu hören bekam. Die alte Dame ist ungewöhnlich frischund geistig rege für ihr hohes Alter. Sie ist in ihrer gestrafften Haltung,in ihrem schneeweißen Haar eine ausgesprochen ehrwürdige Erschei-( mung und es ist vor allem Güte und Natürlichkeit, die ihr Weſen aus-machen. Sie erzählt sehr lebhaft und anregend und ist mit ihrem Herzenganz dabei beim Erzählen. Deshalb muß sie auch die Hände zu Hilfenehmen, wenn es besonders dramatisch wird, denn sie lebt ihr Märchenmit.