Literatur der Volkskunde.
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E. Röhr: Die Volkstums karte, Voraussetzung und Gestaltung.Volkstumsgeographische Forschungen. In Verbindung mit dem Atlas derdeutschen Volkskunde, herausgegeben von H. Harmjanz und E. Röhr. Bd. I.Leipzig, S. Hirzel, 1939. 139 S. mit 72 Abb. und Karten.
R. ist es gelungen, die ihm zu Gebote stehende Erfahrung in sach-gemäßer Art zu einer grundsätzlichen Anleitung für die Ausfertigung volks-tumsgeographischer Karten auszuwerten. Wegweisend sind zumal die Über-legungen zur Zeichengebung, auch werden die psychologischen Voraus-setzungen für die Fragestellung eingehend erörtert und in der Wiedergabeeiner Reihe von Berichten wertvolle Quellenbeiträge dafür geliefert, mitwelcher Art Gewährsleuten die Mitarbeiter am Atlas ihre Ergebnisse ge-
wannen.
Atlas der deutschen Volkskunde. Herausgegeben mit Unterstützung derDeutschen Forschungsgemeinschaft von H. Harmjanz und E. Röhr.2.- 5. Lieferung. Leipzig, S. Hirzel, 1937—1939.
Dank der Vollständigkeit der Erhebung bieten die über 100 bishervorgelegten Blätter vornehmlich für die Klarstellung der Schichtung undLagerung der Jahresbräuche einen kaum noch abzuschätzenden Ertrag. Ausden Übersichten über die zusammengehörigen Kennworte ergibt sich hie-bei eine überraschende Vielseitigkeit und Schwankungsbreite volkstüm-licher Vorstellungen. Wir heben die Kartengruppe der Wesen im Mondehervor( Mann, Frau, Reiter, Tiergestalten), die der Begleiter des Nikolaus,wobei eine Altschicht von Gestalten( Berschtl, Luzia, Habergeiẞ) durch ihrAuftreten an alten Mittwintertagen von der Gruppe der Klaubauf, KnechtRuprecht, Krampus, Hans Muff sich abhebt. Recht aufschlußreich wirktauch die Kartierung der Jahresfeuer und ihrer Begehung mit Scheiben-schlagen, Räderrollen, Puppenverbrennen, Schwarzmachen, Beten, Tanzen,Singen. Den Erntebrauch veranschaulicht eine ganze Kartengruppe vonden Namen des ungemähten Restes( Wisch, Scheune, Nest, Holzfrau usw.)und der letzten Garbe( Alte, Habergeiß usw.) bis zu den Gebildbroten.Klare Abgrenzung erfahren die Bringer der Ostereier, die Eierspiele, Reiter-und Bewegungsspiele, der Martinsbrauch, die Laternumzüge und der teil-weise niederdeutsche Siedelbewegungen widerspiegelnde Rummelpott.
Das Gesagte gilt auch vom Gabenbaum bei Schulbeginn. Zur Über-sicht über die Kinderbringer und die Herkunftsorte der Kinder hätten wohldie Einzelkarten genügt, das gilt auch von den Kennworten zum Erntefest.