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die liebevolle Kleinarbeit an den Werken der volkstümlichen Haus- undHandwerkskunst Bedacht und vermittelt so ein vollgültiges Bild ihrer Form-schönheit. Die Darstellung des Hausbaus ist zu einer wohlgerundeten Zu-sammenschau gediehen, nicht minder der großlinige Abriß zur Tracht. ImBereich weltlicher und kirchlicher Handwerksausrichtung und Schulungwird die Abgrenzung mehr im Hinblick auf die Formsprache der Volkskunstals auf die arteigene Mitgift des Volkes unternommen. Ein Anspornfür den Fachforscher vom Sammelbegriff der Volkskunst tunlichst auf denInbegriff hinzudringen, wobei er gerne dessen inne werden mag, auch hie-für von Karling er auf eine höhere Warte geleitet worden zu sein.
Adolf Spamer: Hessische Volkskunst. Jena, Eugen Diederichs,1939. 122 S., 292 Abb.
Das Buch ist eine ebenso sachkundige wie eingehende Darstellungder Volkskunst im Heimatlande des Verfassers und entspricht mit seinervolksgeschichtlichen Einleitung sowie der beschreibenden Zuordnung allder mannigfachen Leistung des Handwerks, des Frauenfleißes wie derHeimarbeit auf dem Dorf an Meister und Werkstätten oder besonderePflegestätten und die Betriebsamkeit des freien Schaffens in Vergangen-heit und Gegenwart allen Anforderungen, die ein Wissenschaftler bei sol-cher Wissensfülle füglich an sich selber stellen mag. Besonders gelungenscheint uns die Hervorhebung und Kennzeichnung wesentlicher Schmuck-formen am Fachwerkbau mit seinem reichen Schnitzwerk und Kratzputz,auch in der Durchbildung der Möbel und Geräte, wogegen die Fülle derGesichte bei den Trachten ihre Gesamterscheinung weniger klar erkennenläßt. Textilarbeit, Töpferei und ländliches Schaffen auf dem Dorf werdenquellenmäßig bis an die Ursprünge verfolgt, wie denn Sp.s Arbeit ver-dienstlichermaßen auch über die älteren Bestandschilderungen auf allenArbeitsgebieten Aufschluß gibt. Auch die Verknüpfung mit altem Stammes-erbe merkte Sp., wo die Formensprache auf Stetigkeit hindeutet jeweilsan. Wir möchten eine solche auch bei den Einheitsbauten des Gebirgs-hauses auf westgermanischer Grundlage nach wie vor als zu Recht be-stehend gegeben erachten.
Robert Beck: Schwebendes Volkstum im Gesinnungs-wandel. Schriftenreihe der Stadt der Auslandsdeutschen, H. 1. Stuttgart,W. Kohlhammer, 1938, 75 Seiten.
Die Arbeit untersucht die besonderen Bindungen, Erlebnisse und Stre-bungen, die einen Gesinnungswandel im nationalen Bekenntnis Einzelnerherbeizuführen vermögen. Das Hin- und Widerspiel der Kräfte der staat-lichen Gewalt, des Familien und Gruppenverbandes treten in der Schil-derung der Lebensläufe, die die Grundlage für dieses Verfahren bilden, klarhervor. Es erstrecken sich die Betrachtungen solch volkskundlich beob-achtender Psychologie vor allem auf die gestaltenden Kräfte des Bildungs-wesens und der Kulturpolitik. Doch wird sie die Herausarbeitung des behar-renden volkstümlichen Herkommens und der gefestigten Überlieferung imlänglichen Lebenskreis zu ergänzen haben, um die Wertsetzungen desnationalen Bekenntnisses vollauf zu ergründen.