Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde44 (1939) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
Jahrgang 
44 (1939) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
Einzelbild herunterladen
 

77

K. K. A. Ruppel: Die Hausmarke."( Deutsches Ahnenerbe,Reihe B, Heft 1.) 80 Seiten und 36 Bildtafeln. Berlin, Alfred Metzner, 1939.Die Geschichte der Hausmarkenforschung erbringt in der gewissen-haften Zusammenstellung R.s allseitige Erkenntnis von Sinn und Gebrauchder als Hausmarken zusammengefaßten Sippen- Zeichen, die Wachstum,Besitz und Totengedächtnis derselben im Zeitenlauf begleiten. Neue Ge-danken steuert R. vor allem zum Sinngehalt dieser Verbundenheit bei undträgt beachtliches auch zur Vor- und Frühgeschichte, Verbreitung undRechtsgeltung der Hausmarken vor. Grabmal und Totenschild weisensie ebenso auf wie Loshölzer, Kerbhölzer und die Kehrstöcke der Obrig-keit an ihrer Überlieferung festhielten. Der Bilderteil bringt für jedendieser Gesichtspunkte bemerkenswerte Beispiele.

Konrad Hahm: Deutsche Bauernmöbel. Jena, Eugen Diede-richs, 1939. 33 Seiten, 11 farbigen Tafeln und 129 Abbildungen.

H. stellt die eigenwüchsige Gestaltung der deutschen Bauernmöbelaus germanischen Herkommen klar und bringt auch die sinnvolle Spracheihrer Auszier dem Leser mit maẞvollem Bedacht und volkskundiger Ein-fühlung nahe. Auch dem Fachmann entwickelt das Buch manchen ertrag-reichen Gedankengang. So etwa mit dem Hinweis auf die Einwirkungbedeutender Zeitereignisse auf den Zierstil der Möbel, wie die der Befrei-ungskriege auf die Möbelmalerei im deutschen Osten. Die schönen undvielseitigen Bildertafeln lehren, daß zumal Schlesien abgesehen davon zueiner besonderen Eigenart in der malerischen Fortentwicklung seines Zier-stils gelangt ist, die der Betrachtung artgemäßer Volkskunst aufschluß-reiche Ergebnisse verheißt.

R. M. Ritz: Alte bemalte Bauernmöbel. München, G. D.W. Callway, 1939. 29 Seiten, 26 Textabbildungen und 30 farbige Abb. aufTafeln.

R. wendet sein Augenmerk der bäuerlichen Möbelmalerei vor allemunter dem Gesichtspunkt künstlerischen Stilempfindens und landschaftlicherAufgliederung der Stilformen zu, um von hier für die Erkenntnis artge-mäßer Bindungen der volkstümlichen Farbengebung einen Ausblick zugewinnen. Im kunstwissenschaftlichen Sinn ist dies gewiß der solidesteVorgang. Auch werden sich Restbestände, die aus gleichen Stilbewegun-gen hervorgingen über weitere Landschaftsräume hinweg zusammenordnenlassen, sobald wir einmal über systematische Bestandaufnahmen verfügen,die ein dringendes Erfordernis zeitgemäßer Volkskunstforschung wären.Der mit besonderem Geschmack ausgewählte großenteils farbige Bilderteilläßt ahnen, welche Schätze hier noch ungehoben sind. Sinngebung undDeutung der Bildersprache des Volkes hätte von Ritz etwas forscherangegangen werden können.

Hanns Egerland: Unsterbliche Volkskunst. München,F. Bruckmann A. G., 1936. 126 Seiten, 243 Abbildungen und 4 farbigeTafeln.

Einer ganzen Reihe von Aufsätzen, mit denen Jugenderzieher in die-sem Bande zu Wort kommen, ist die Gleichartigkeit der Haltung der Volks-künstler und der künstlerischen Ausdrucksfähigkeit von Jugendlichen zu