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der Entwicklung der Einrichtung von großer Bedeutung sein kann, er kannaber auch eine selbständige Entwicklungsgeschichte haben. Er unterscheidetArbeits- und Eẞtische. Er lenkt die Aufmerksamkeit auf einen Tischtypus,wo die Tischplatte an die Wand befestigt ist und nach dem Gebrauch wie-der zu der Wand gebogen wird. Dieser Typus wird in Dalarna schon im17. Jahrhundert erwähnt, er ist aber auch in Norwegen und Deutschland( Niedersachsen, Elsaß) bekannt( S. 100). Sehr interessant ist der euro-päische Verbreitungsweg dieses Tisches, der auch in Ungarn vorkommt,wo die deutsche Beeinflussung nicht zur Geltung kommt, z. B. am mittel-tiefländischen slowakischen Siedlungsraum. Erixon zeigt den Formreich-tum der Stühle, Uhren, Wollkörbe, Kleidungs- und Brotstangen. Wir müssenbetonen, daß er all dies in den geschichtlichen und geographischen Rahmender skandinavischen und europäischen Möbelgestaltung stellt. Ein großerWert der schwedischen Bauernmöbel ist, daß viele von diesen noch ausdem Mittelalter stammen. Es ist hervorzuheben, daß Erixon öfters aufdie Ähnlichkeit der Möbelkultur der skandinavischen und südeuropäischenGebiete hinweist( z. B. die Kufenwiege S. 144, verschiedene StuhltypenS. 115, 117), die sie auch schon in anderer Beziehung und im Zusammen-hang mit anderen Kulturelementen hat( West European connections andculture relations, Folkliv, II. Stockholm, 1938, S. 137-172). Den Wert desStoffes hebt besonders die Bearbeitung den Angaben der alten schwedi-schen Literatur und die Veröffentlichung der Sammlung, die der Verfasserseit mehreren Jahrzehnten großzügig an Ort und Stelle fortgesetzt hat.Das Buch kann von den Forschern der europäischen Volkskultur zueiner ihrer wichtigsten Quellen gezählt werden. Dabei werden die Gesichts-punkte Erixons für lange Zeit unentbehrlich sein bei der Forschung dereuropäischen Volksmöbelkultur.
Béla Gunda, Stockholm.
Eduard Kriechbaum: Baiernland. 144 Seiten mit 40 Bildern aufTafeln. München, Knorr& Hirth, 1939.
Das im Geiste W. H. Riehls geschriebene Buch gibt eine Über-sicht, die vor allem den Kräften des Beharrens der Baiern in ihrem ebensovielseitigen wie geschlossenen Volksraum gilt. Hervorgehoben sei die be-sinnlich vertiefte Schau auf das Waldland, auf die Gewinnung des ältestenKulturbodens und Volkwerdung des bayrischen Stammes, weiters auf dieBurgengebiete, das geistliche Land und die malerischen Kleinstädte. Inder Schilderung der Stammesart zeigt sich der menschenkundige Doktorvor allem mit dem bäuerlichen Wesen vertraut. Das nicht nur landschaft-lich stark unterschiedene Relief von München und Wien schärfer heraus-zuarbeiten will ihm weniger glücken, und kaum mit einem Worte gestreiftfinden wir die Kräfte der Bewegung, die aus den Lebenskrisen der Ost-markbayern im evangelischen Ringen um Glauben und Heimat und demAusgriff ihres gewerkschaftlichen Wirkens im Donauosten hervorgingen.
A. Helbok: Deutsche Siedlung, Wesen, Ausbreitungund Sinn.( Grundriß der deutschen Volkskunde in Einzeldarstellungen,Bd. 5, Halle/ Saale 1938.) 228 Seiten, 73 Bilder und Kartenskizze auf Tafeln.