Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde44 (1939) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
Jahrgang 
44 (1939) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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Jahresbericht des Vereines und Museums für

Volkskunde für das Jahr 1938.

Das Berichtsjahr 1938, das als das Jahr der Schicksalserfüllung desdeutschen Volkes unvergänglich in der Geschichte fortleben wird, brachteden Verein für Volkskunde bereits nahe an das ersehnte Ziel langjährigenHoffens und Strebens, die Verstaatlichung des Museums fürVolkskunde. Die bisherigen Vereinsangestellten R. Mucnjak, I.Schuster, L. Nepras, H. Krumhaar, H. Lužny wurden mit 1. Oktober 1938in den staatlichen Vertragsdienst übernommen und damit dank der werk-tätigen Fürsorge der Reichsstatthalterei und des Unterrichtsministeriumsein Schwebezustand beseitigt, der in dem abgelaufenen Jahrfünft derSystemzeit die härtesten Anforderungen an Lebenszuversicht und Aus-dauer jedes Einzelnen gestellt hatte.

Es sei hiefür insbesonders Herrn Reichsstatthalter Dr. ArthurSeyẞ- Inquart, Herrn Staatskommissär Dr. Plattner und HerrnStaatssekretär Dr. K. Mühlmann, sowie den zuständigen Herren Min.Drigient Dr. Gruber, Min.- Rat Dr. Schönauer, Sekt.- Rat Dr. G.Hohenauer auch an dieser Stelle der wärmste und ergebenste Dankzum Ausdruck gebracht. In Kürze wird der Verein nun aufgerufen seinzum entscheidenden Beschluß für die Verstaatlichung des Museums fürVolkskunde zu gelangen, zu der im Reichsetat mit April 1939 bereits alleVoraussetzungen bestehen werden.

Das Museum wird damit seinen Rang als Kulturinstiut für heimatlicheund vergleichende Volkskunde nicht nur behaupten, sondern auchseine Geltung und Wirksamkeit als Haus des deutschen Volkstums imSüdosten stetig zu erweitern berufen sein.

Bereits das abgelaufene Jahr brachte zudem eine entscheidende Be-lebung der Museumstätigkeit auf allen Gebieten. Mit vorsorglichem Zu-griff machte Herr Staatssekretär Dr. K. Mühlmann der Not eines in jederArt unzulänglichen Haushaltes der Sammlungen ein Ende. Das Museumvermochte seit September ohneweiters Werke der Volkskunst und anderesim öffentlichen Interesse erwünschte Sammelgut käuflich zu erwerben,wie auch die seit Jahren ausstehenden entscheidenen Maßnahmen für dieSicherung seiner Textilsammlungen vor weiterer Schädigung durch Motten-fraẞ unverzüglich zu treffen.

Zugewachsen sind im Jahre 1938 rund 350 Gegenstände. Mit ge-ziemendem Dank sind als Spender zu nennen die Herren Ernst vonGerl, Ing. Götzl, Hofrat M. Haberlandt, G. Jonas, K. Kremel,K. Laska, Min.- Rat Leuze, Ing. H. Poms, Ing. V. Reitzner, Herr