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Ich möchte zuerst mit kurzen Worten das Heimatdorf schildern,aus dem meine Märchenfrau: die Pallanik Ahnl stammt. Gánt istein kleines Dorf im Schildgebirge, eines jener deutschen Kolonisten-dörfer in Ungarn. Vor einigen Jahren wurde in der Nähe eine Alu-miniumgrube aufgetan und seit die Männer und Burschen in die„ Banya" gehen und mit ungarischen Arbeitern zusammenkommen,ist der„ ,, Fortschritt" mit seinem Gefolge von Schundliteratur undSchlagern auch in Gánt eingekehrt. Aber im wesentlichen hat dasDorf seine bäuerliche Wesensart bis auf den heutigen Tag beibehal-ten. Es ist ein kleines Dorf, das ganz im Walde versteckt ist. Ander einen Seite ist es eng an einen Hügel geschmiegt. Es hat nurwenig Häuser, aber„ viel Volk“. In jedem Haus wohnen zwei, dreiFamilien beisammen, es gibt kaum eine Familie, die weniger als fünf,sechs frohe, blonde Kinder hätte. Es ist ein prachtvoller gesunderMenschenschlag. Das Dorf ist nicht reich, aber schön. Die Bauernsind nicht wohlhabend, aber sicher und selbstbewußt, die Mädchentragen noch ihre farbenfreudigen Trachten. Die Bäuerinnen sehenernst und würdig aus in ihrem dunklen Sonntagsstaat. Eine Hoch-zeit oder Taufe ist hier noch ein Fest, an dem die ganze Gemein-schaft teil nimmt. Aus diesem Dorf also stammt die Pallanik Ahnloder besser die Elisabeth Schweikhart, wie sie mit ihremMädchennamen hieß.
Sie war eines von den zehn Kindern eines angesehenen Bauern.Als halbes Kind kam sie aus dem Elternhause fort und verdingtesich als Dienstmädchen, wie es die meisten Mädchen aus kinder-reichen Familien tun. Mit 20 Jahren heiratete sie einen Bauern auseinem kleinen Nachbardorf. Sie war mit diesem Manne neun Jahreverheiratet, aber nur drei Jahre war er arbeitsfähig. Die übrige Zeitsiechte er an einem Lungenleiden dahin und als er starb, ließ er diejunge Frau mit vier kleinen Kindern zurück. Drei folgten ihm bald.Die Jüngste, ein Mädchen blieb am Leben. Aber es kam noch schlim-mer. Das einzige Mädl wurde blind und bekam einen bösen Aus-schlag. Die Mutter wollte sie nicht aufgeben und rief alle Doktor-künste zur Hilfe. Es gelang, dem Mädchen das Augenlicht wieder zugeben, das Mädchen blühte auf. Aber auch dieses Kind aus derersten Ehe starb mit 16 Jahren. So stand die Ahnl nun da als jungeWitfrau und von ihrer ganzen Ehe war ihr nichts geblieben als dieErinnerung an sehr viel Leid. Damals war sie dem Verzweifelnnahe. Sie heiratete dann noch einmal, einen Mann mit einem kind-