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von deutschen Dörfern in Ungarn kennenzulernen. Ich stehe mit denanderen Wissenschaftlern in Verbindung, die sich die Erforschungdes Sprachinseldeutschtums zur Aufgabe gesetzt haben, vor allemmit Ing. Alfred Karasek, Wien, der über ein ganz umfassendesSammelmaterial verfügt. Wir sehen hier märchenreiche Dörferneben märchenarmen, wir können die Ursachen prüfen, die zu dieserVerarmung geführt haben und wir können auch verfolgen, was an
Abb. 1. Ein Erzähler mit seiner Zuhörerschaft.
Stelle des Märchens tritt. Wir dürfen daher die Ergebnisse derSprachinselforschung für die Aufhellung älterer Zustände im deut-schen Mutterlande verwenden.
Es zeigt sich nun, daß jene Sprachinseldörfer, die am weitestenabliegen von den großen Verkehrslinien und damit von den zivilisa-torischen Einflüssen der Großstädte, eine Fülle von schönen Spiel-formen und zugleich eine staunenswerte Erzählfreude besitzen. Dieguten Erzähler finden dankbare Zuhörer, Alte und Junge, Männerund Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag Weiber hören zu( Abb. 1). Sowie der geistige Nährboden für dasMärchen vorhanden ist, gibt es in jedem Dorfe einige begabte Män-ner und Frauen, die weit über den Durchschnitt hervorragen. Siewerden um ihres Erzählens willen zu Festlichkeiten oder zu Gemein-schaftsarbeiten eingeladen. Beim Federnschleißen und Kukuruz-schälen sind sie gern gesehene Gäste. Ich konnte mich immer wie-der davon überzeugen, daß die orstbekannten guten Erzähler, alsojene geistige Auslese in der Dorfgemeinschaft, nicht irgendwelche