Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde43 (1938) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
Jahrgang 
43 (1938) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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Leopold Schmidt: Alte Weihnachtspiele, gesammelt inNiederösterreich. Deutscher Verlag für Jugend und Volk, Wien/ Leipzig

1937. S 4.97.

Die geistigen Volksüberlieferungen Niederösterreichs sind heute schonweitgehend gesammelt, durchforscht und im Druck zugänglich. Eine neueBereicherung des schon Vorhandenen ist Schmidts Ausgabe. Sie stützt sichzu zwei Dritteln auf August Hofers schwer zugängliche Weihnachtsspiele"( aus N.-Oe.) im 19. Jahresbericht des Landes- Lehrerseminars Wiener- Neu-stadt, 1892( über Hofer siehe oben XXXIII, 107 f.). Das Archiv der Volkslied-Arbeitsausschusses für N.-Oe. enthielt einiges Ungedruckte, der Rest stammtaus verstreuten, wenig bekannten Drucken. So hat nicht nur der Fachmannalles Erreichbare bequem beisammen, sondern auch der Volkstumspfleger einhandliches Büchlein für den praktischen Gebrauch. Hier hindert auch nicht derUmstand, daß viele Verse und Gesätze aus Liedern stammen, wie etwa dasSt. Pöltner Spiel, älteste Fassung, fast nur aus Liedteilen besteht; auch sonstist der Unterschied zwischen Dialoglied und Spiel oft schwer und nur vomMusikalischen her festzustellen. Zum Schrifttum wären die Besprechungen derHofer'schen Ausgabe von Karl Weinhold und J. W. Nagl nachzutragen.

Klier.

Jahresbericht des Vereines und Museums fürVolkskunde für das Jahr 1937

Auch im abgelaufenen Berichtsjahr 1937 hatten Verein und Museumfür Volkskunde eine Fülle von Aufgaben zu bewältigen, die sich vor allemaus dem Einbau der Volkskunde in die Pflege des Volkstums der Gegenwartergaben. In erfreulicher Zunahme ist hiebei die volks künstlerischeSchulung der heranwachsenden Jugend wie auch der An-gehörigen des Gewerbestandes an den Sammlungen desMuseums für Volkskunde begriffen. Allen voran hat die Wiener Kunstgewerbe-schule( Klasse Prof. Arch. Kossak und Prof. Wagner) im Sommer- undWinterhalbjahr die Sammlungen aus Deutschösterreich wie auch den Nach-folgestaaten zur Grundlage ihres Lehrgangs im darstellenden Zeichnengemacht, wobei dem Arbeitsgerät und seinem Antrieb, dem Möbelbau, demZuschnitt der Volkstrachten, der Bauernmalerei und den Textilkünsten nachallen Richtungen hin eingehendes Studium gewidmet war. Der Museums-besuch der gewerblichen Fachlehranstalten für Schneiderei, der Meisterschuleder Maler am Gewerbeförderungsinstitut usw. bewegten sich auf der gleichenLinie und auch der Zuspruch bei der Trachtenberatungsstelleerfuhr mit rund 500 Anfragen eine zeitgemäße Steigerung. Sie wurde ins-besondere anläßlich des Deutschen Sängerbundfestes in Breslau, ferner beieiner Fahrt von Auslandstudenten nach Südafrika und für den Ball der öster-reichischen Winterhilfe in London beansprucht. Mit einer Ausstellung,, Pfleget Haus- und Volksmusik", die in der Zeit der Wiener Festwochen vonder Oesterreichischen Heimatgesellschaft in den Räumen des Museums ver-anstaltet wurde, sollte für die volkspflegerische Auswertung aller Fertigkeiten