Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde42 (1937) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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42 (1937) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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Almhütte. Er war ein beliebter Almgeist, denn er hatte den Ruf eines gutenWunderarztes. Böse Mäuler nannten ihn einen vom Teufel abgesandtenHexenmeister. Dies traf natürlich nicht zu; den Menschen und Tieren tat erGutes. Wer zu ihm kam um Wunderkräutlein erhielt eines, wenn er ihm ver-sprach, über das, was er in der Almhütte gesehen hatte zu schweigen.

,, Schweigst du nicht, so leidest du für mich, sagte er immer, sobaldman die Almhütte verließ.

Manchmal kam es vor, daß einer nicht schwieg. Dadurch wurde derGeist von der Buchaualm erlöst, dafür aber der vorlaute Mensch Almgeistund mit den gleichen Wunderkräften ausgestattet.

Das Rauchnachtfeuer.

Wenn am Hl. Abend in den Bauernhäusern der Bauer die Räumeberäucherte, erschien auf der Duraalm ein kleines Feuer. Vor der Hütte bliebes stehen und wurde etwas größer.

In der Nacht zog das Feuer den Zaun entlang um die Alm. Wurde esMitternacht, wanderte das Lichtlein der Almhütte zu, schlüpfte durch einFenster in das Innere und blieb verschwunden bis auf den nächsten Tag,wo sich dieses Spiel wiederholte.

An jedem Rauchnachtabend konnte man das gleiche Spiel diesesFeuerleins beobachten.

Am Vorabend von Dreikönig wurde das Feuer noch größer und mankonnte deutlich ein Männlein darin sehen. Dies dauerte kurze Zeit und dannerlosch das Feuer.

Literatur der Volkskunde.

Kritische Bemerkungen zur zeitgemäßenDarstellung österreichischer Volkstrachten.

Von Arthur Haberlandt, Wien.

Unser Museum für Volkskunde sieht sich nun schon seit Jahr und Tagvor die Aufgabe gestellt, nach bestem Wissen und Gewissen diejenigen zuberaten, die ihrem eigenständigen deutschen Volkstum in Oesterreich auchin ihrer Kleidung zeit- und artgemäß sich verbunden zeigen wollen. Kräfteaus der Jugendbewegung hielten und halten den Sinn für das, was demLandvolk die Tracht bedeutet wach und unsere Jugend gehabt sich nunmehrebenso ansprechend und unverbildet darin. Es haben sich aber auch Modeund Kunstgewerbe ihrer als Vorbild bemächtigt und man ist beflissen zusolch stilisierter Aufmachung entsprechende Vorbilder und Beispiele beizu-bringen. Da haben wir um des Vertrauens willen, das der Volkskunde aller-wegen entgegengebracht wird, uns unbefangen und unabhängig ein Urteildarüber zu bilden, was von der Darstellung, die unsere Volkstrachten dieser-art von Künstlerhand erfähren, im Sinne ihrer Volkstümlichkeit zu halten ist.