Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde42 (1937) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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42 (1937) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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Pfutschkinig( Zaunkönig) hat es zwischen den Zaunlatten oder denaufgeschichteten Brettern bei den Sägen immer sehr eilig. Mit auf-gestelltem Schwänzlein hüpft er hin und her. Gefangen wird er nicht.Aber Strichmaslan( Kohlmeisen) und Tannmaslan( Tannenmeisen),Schopfmaslan( Schopfmeisen) und Roatgimpl( Blutfink) fangen dieBuibn mit selbstgemachten Vogelfallen ein. Auch das Roatplattl wirdin die Vögelsteige gesperrt; so heißt in Villgraten der Leinfink, Lein-zeisig oder Birkenzeisig( Linaria rubra s. Carduelis linaris L. s.Card. lin.- flammea L.). Mit seinem graubraunen gesprengeltenFederkleid wäre er einer Lerche nicht unähnlich, fällt aber leichtdurch eine karminrote Kopfplatte auf. Das Männchen ziert außer-dem ein karminroter Fleck auf Brust und Bürzel18).

Es gibt ziemlich viel Vogelarten im Bergbauernland. Rechtzahlreich sind die Branderlen( Rotschwänzchen). Sogar in denKapellen nisten sie. Längs den Zäunen und Wegen flattern sie hin,alle paar Schritte sitzt ein Branderl, schutzt mit dem Schwaf"( eineeigentümlich duckende Bewegung) und fliegt ein Butzele weiter.Schon um 4 Uhr früh singt der Grianling( Ammer) neben dem Wegeseinen gedehnten Ruf. Im Herbescht gehen die Boahnrenzn( Nuẞ-häher) auf Bohnen und Erbsen.

Der Rappl( Krähe) flieht scheu die menschlichen Wohnungen.Auch im Winter. Nur ein Bụi in Kalkstein hat einen jungen gefangenund ihm die Flügel gestutzt. Der hat sich an die Menschen gewöhntund hüpft bettelnd im Haus umher.

Im Langes hörst du'n Guge( Kuckuck) singen. Er legt seineAre( Eier) in fremde Neschter. Die Are, die schon drinnen sind,friẞt er. Davon wird er hell und schreit. Bald keine Vögel mehrbrüten, aft singt der Guge nimmer.

Der Sperling, dieser Allerweltsvogel, ist bei den Bergbauernnirgends zu finden. Wachsen ihm zu wenig Körnlein? Dauert ihmder Winter zu lange? Oder mag er hier nicht sein, weil es nurwenige Pferde gibt und auch diese schier keinen Hafer fressen,nur Gras und Heu?

Jagen und wildern.

Rehe, Schnee- und Waldhasen, Auer- und Birkhühner sinddas Wild in den Bergwäldern. Allerdings in spärlicher Zahl.

18) Von der Art Leinfink gibt es in Tirol zwei Unterarten und zwarden nordischen Leinfink( Card. lin. linaria), der nur im Winter dort ist, undden etwas kleineren Alpenleinfink( Card. lin. cabaret) als Brutvogel in derLatschenstufe.( K. Walde u. H. Neugebauer, Tiroler Vogelbuch, Innsbruck1936, Seite 210.)