Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde42 (1937) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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42 (1937) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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Die Bergbauern bestreiten das zwar und meinen, der Wald wachsezu dicht und die Tschüppelen( junge Nadelbäumchen) hätten zuwenig Luft, wenn das Vieh nichts drauẞfresse.

Das Einflechten ist noch die ärgere Arbeit wie das Zäunen.Steften( Holzpfähle) werden nur 12 m weit entfernt in den Bodengeschlagen. Dazwischen werden Ruten von Strauchwerk geflochten.Das ist gleichzeitig ein wenig Schutz gegen die Lahne.

Im Winkeltal sind Bauernhöfe so hoch gelegen, daß nichteinmal mehr ein Wald dazugehört. Es ist zum Wundern, daß dieüberhaupt oben bleiben können. Wenn es ihnen auf dem Feld alleszusammenschlägt, haben sie gar nichts mehr, mit dem sie sichhelfen können", sagt ein Tölderer( Talbauer).

Besondere Verwendung der Tschuppen.

Alle Jahre einmal ist der Kemat( Kamin) zu kehren. ZweiLeute gehören dazu, zwei Tschuppen( Fichtenbäumchen) und zweiStricke. Die zwei Stricke mit den zwei Tschuppen werden von denzwei Leuten durch den Kemat gezogen. Einer ist unten beim Herd,der andere oben auf dem Dach. Zum Aufsdachsteigen hat man überdie Dachbretter eigene Sprieẞl genagelt, besonders bei den steilerenDächern der neueren Häuser.

Vom großen Sparherd in der Küche führt eine lange schwarzeEisenröhre zum Kamin. Röhrekehrn" soll man alle Monat einmal.Wenn kein Pech darinnen ist, mag man nur mit der Tase( Ast mitNadeln auskehren. Grianes Holz" aber macht viel Pech in derInnewand der Röhre. Sie muß dann ausgebrannt werden, indem manim Freien viel Papier an der einen Seite anbrennt und das Feuerdurch die Röhre ziehen läßt. Das ist eine schmutzige Arbeit. BeimVorübergehen sieht man gleich, wenn sie in einem Haus Kematgekehrt haben. Besonders im Winter; da liegt dann der schwarzeRuß im weißen Schnee.

Der Rack.

Schier märchenhaft sieht er aus, wenn er in langen, graugrünenSträhnen von den Hochwaldbäumen hängt, wie eines Riesen Bart. Im Pinzgauheißt er Bamwerch( Baumwerg) oder Bamboscht, Mz. Bambascht(= Baum-bart); dort wird er benutzt als Bausch, als Unterlage beim Tragen von LastenBeerenkörben u. ä. 5). In Defereggen heißen sie ihn Rog, für das Möll- und

5) Baumbart als Ziegenfutter im Martelltal: Ein Teil ihres( derZiegen) Futters ist der Baumbart, den man mit krummen an langen Stangenbefestigten Schneidewerkzeugen von den Lärchbäumen herunterholt. Er istdreifacher Art, weiß, gelb und schwarz, nur den ersten und den letzten fressen