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Vorerst wurde für Hochschüler am Museum für Volkskunde in Wienein Schulungskurs für Sprachinseln abgehalten, der durchschnittlich über100 Teilnehmer aufwies. Der Stoff wurde auf 10 Vorträge verteilt, von denenfünf von Ing. A. Karasek- Langer, die übrigen von Prof. A. Haberlandt, Dr. K.Haiding, Dr. E. Lendl und Agr. Ing. Wilh. Reichert abgehalten wurden. Mitzwei Ungarnreisen erfolgte hierauf eine Fühlungnahme mit den Fachkollegenvon der Ethnographischen Abteilung des Ungarischen Nationalmuseums undden Mitarbeitern an den„ Neuen Heimatblättern", worauf im Sommer eineAnzahl wissenschaftlicher Kräfte mit Geländeforschung beschäftigt waren.Für das Herrn Dr. K. Haiding, Prof. K. Horak sowie stud. phil. M. Smettanund E. Starzacher von den ungarischen zuständigen Stellen erwiesene Ent-gegenkommen sei diesen der geziemende Dank ausgedrückt. Als Ergebnisdieser auch auf die Kremnitz- Probener Sprachinsel, den jugoslawischenAnteil der Schwäbischen Türkei und Beẞarabien sich erstreckenden volks-kundlichen Sammeltätigkeit wurden an die 250 Volkslieder, etwa 500 Sagenund Märchen, ein Weihnachtsspiel und Einzelheiten über Sitte und Brauchaufgezeichnet. Weiters unternahm der Vortragende eine zweimonatlicheForschungsreise nach Polen zwecks methodischer Inangriffnahme der Er-forschung der entdeutschten Gluchoniemcys gemeinschaftlich mit Prof. WalterKuhn, Breslau. 6 Wochen waren einen Aufenthalt im Mittelpolengebiete, vor-wiegend unter Pommern den kujavischen Seenplatte und Schlesiern imKalischer Gebiet gewidmet, schließlich ist die Anlage einer Stoffsammlung,die sachliche Volkskunde in den Niederungen und der heute zerstörten Grenz-zone Sowjet- Wolhyniens betreffend, zu erwähnen.
Ferner berichtete akademische Malerin Erna Piffl über 10 be-suchte Dörfer in Ungarn und Rumänien, Dr. Egon Lendl über seineSommerarbeit zwischen Drau und Save, Frl. Elli Starzacher überStudienfahrten mit Dr. Haiding( Sammlung von Märchen in Ungarn).
23. Oktober 1936: Gustav Gugitz berichtet über seine mit Dir.L. Reiter unternommene Wallfahrts- Studienreise( Obersteier- Lungau-Kärnten Graz), Doz. Dr. R. Kriss über Wallfahrten( Passau); Briefe undAufschriften von Maria; ferner über die Volkskundetagung in Bremen.Dir. Le op. Reiter berichtet über Geographie der Bilder und Legende de:hl. Kümmernis. Prof. K. v. Spiess ergänzt diesen Bericht nach der histo-rischen Seite.
6. November 1936: Architekt Dr. A. Klaar spricht über:Die Siedlungsformen des österreich. Donauraumes.Die Länder Ober- und Niederösterreich, der nördliche Teil von Salz-burg und das Nordburgenland bieten einer siedlungstechnischen Unter-suchung reichen Stoff, der uns guten Einblick in die geschichtliche Ent-wicklung des südostdeutschen Raumes gibt. Der Besiedlungsvorgang dieserLänder verfolgte die Stromrichtung von West nach Ost und breitete sichnach Norden bis in die Sudetenländer aus, nach Süden griff er tief in dasalpine Gebiet ein. Der älteste Siedelraum, welcher seit der Völkerwancerungs-zeit bis um das Jahr 1000 bezogen wurde, erfüllt das Donautal und die