Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde42 (1937) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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42 (1937) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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geschleppt, während der Sechsjährige mit zwei, drei Eiern ab-gespeist wurde. Während des Gottesdienstes wird vor der Kirche der Judas verbrennt": es wird aus Kohle und Holz ein Feuer an-gemacht, in dem alle übriggebliebenen geweihten Sachen( Oel,Palmkatzerln u. dgl.) verbrannt werden. Die Asche der verbranntenPalmkatzerln wird am nächsten Aschermittwoch zum Einäschern"verwendet. Die Auferstehungsprozession, die gewöhnlich nach-mittags um 5 Uhr stattfindet, ist ein sehr festliches Ereignis undwird möglichst prunkvoll gefeiert.

Am Ostersonntag werden in der Kirche nach dem Amt dieAntlaẞeier geweiht. Vor dem Mittagessen schält sie der Hausvatersorgfältig über einem weißen Tuch, damit ja kein Stückchen vonder geweihten Eierschale verworfen wird. Die Eier werden geteiltauf einen Teller gelegt und vor der Suppe essen die Familienmit-glieder je eine Hälfte, und zwar so, daß der Vater mit der Mutter,der Knecht mit der Magd, die Kinder untereinander teilen, damitdie Familie beieinander bleibt oder wieder zusammenfindet, wennsie getrennt wurde. Jeder muß sich genau merken, mit wem er dasEi geteilt hat; wenn er sich verirrt und an den denkt, der die andereHälfte seines Antlaßeis gegessen hat, dann findet er sich zurecht.Früher hat man auch den Kühen ein Antlaẞei mit Brot gegeben.Die Eierschalen muß man auf einen recht weiten Acker, besondersauf einen Weizenacker tragen und dort vergraben, damit manjederzeit heimfindet. Auch in die Gemüsebeete des Hausgärtleinsvergräbt man die Schalen oder sie werden auch von der Mutterverbrannt. Fromme Eheleute gehen früh am Ostersonntag in denHof und beten mit ausgestreckten Händen gegen Sonnenaufgangdrei Vaterunser und den Glauben.

Der Brauch des Eierfärbens ist bei uns noch durchaus in Blüte.Man sieht Ostereier in allen Farben, aber am häufigsten werden siemit Zwiebelschalen und Kaffeeabsud gekocht und gefärbt und mitSchmalz glänzend gerieben. Aehnlich wie zu Neujahr rennen nunfrühmorgens die Kinder in die Häuser: Tat ah bittn um a rots Oa!Denn die Ostereier heißen bei uns, mögen sie wie immer gefärbtsein, rote Oa. Den Kindern wird erzählt, daß der Hahn die rotenEier legt. Die Mutter sagt: Hauts en Hohn am Schwoaf, daß errecht viele rote Oa legt! Der Haushahn hat's an diesem Tag nichtgut, da er von den nachlaufenden Kindern fortwährend gejagt wird,die es auf seinen Schwoaf abgesehen haben. Die von den Hühnernam Sonntag gelegten Eier gehören der Magd, bezw. den Töchtern