Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde42 (1937) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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42 (1937) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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Dienste im Wirtshause verrichtet. Auf einer Stange trägt er die ge-selchten Fleischstücke aufgespießt, in Körben die Eier und dieBäckerei und in Krügen den Wein. So zieht die Burschenschaftsingend durch die Gassen des Dorfes. Ein Spaßvogel hat sich alsFaschingsnarr angezogen, er bildet in seiner Maske das Gaudiumder Kinder, die natürlich johlend mitziehen; er kann sich derfrechen Buben nur mit einer Rute erwehren. So hat der Faschings-narr immer für die Hetz zu sorgen.

Abends, wenn die Burschen mit dem Umerdumgehn" fertigsind, kehren sie ins Wirtshaus zurück und essen zunächst eineEierspeise. Die Wirtin muß dann das gesammelte Fleisch kochen,Schmalz, Salz, Brot, Holz, kurz alles, was noch zum Kochen oderzur Mahlzeit gehört, hat der Einleirer in der Zwischenzeit ebenfallsbei den Mädchen zusammengébettelt und ins Wirtshaus geschleppt.Um zwölf Uhr, wenn der Fasttag aus ist, mitunter wird der Uhr-zeiger von einem glangrigen Burschen schon ein Stündchen früherauf zwölf gerückt! wird aufgetragen und es beginnt die langersehnte Schmauserei, die den Beschluß des fröhlichen Faschingsbildet.

Die Männer verbringen den Aschermittwoch im Keller und imWirtshaus. Jeder Mann, der auf altes Herkommen etwas hält, sollsogar am Aschermittwoch ins Wirtshaus gehen, er soll schon vorSonnenaufgang einen Branntwein trinken, daß der Brein nit brandiwird". So kann man in der Tat am Aschermittwoch Männer imWirtshaus sehen, die man sonst das ganze Jahr dort nicht antrifft.Darauf geht die Redensart zurück: Am Aschermittwoch is derTeuf nit dahoam"; denn wenn man ein Weib Glossar ::: zum Glossareintrag  Weib fragt, wo ihr Mannsei, antwortet sie, nachgerade schon erzürnt über die Lumperei":Ah! der Teufl is scho wieder nit dahoam!"

Acht Tage nach dem Fasching rechnen Wirt und Burschenmiteinander ab. Da erfährt jeder Bursch, was er zu zahlen hat.Meist aber kommt so viel Geld von den Mädchen ein, daß denBurschen noch etwas übrig bleibt. Das wird aber nicht geteilt,sondern gemeinsam vertrunken.

Ostern.

Am Palmsonntag ist die Palmweihe. Die geweihten Palm-katzerlbuschen werden zum Schutze des Hauses in der Stube, inder Kammer, im Stall aufgesteckt, auch auf die Gräber der Ver-wandten steckt man sie. Den Kindern wird empfohlen, einzelne