Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde42 (1937) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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42 (1937) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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Sehr wertvoll wäre es gewesen, wenn der Verfasser neben der Käse-bereitung auch einiges über die Milchwirtschaft und die dazugehörigen Geräteberichtet hätte.

2) Ist unter den volkskundlichen Studien des Hamburger Seminarsdie erste Arbeit, die sich mit einem italienischen Gebiet beschäftigt. Da überdie materielle Kultur Italiens auch in italienischer Sprache nur wenig ein-gehende Arbeiten vorliegen, so ist dies sehr zu begrüßen. Der Verfasserbehandelt: Das Haus, die Bodenkultur, die Traggeräte und als eigenen, wennauch ein wenig kurz geratenen Abschluß, den Weinbau. Beim ersten Abschnitthätte man, wenigstens als Einleitung, eine etwas ausführlichere Behandlungder Siedlungsformen erwartet. Auch wäre ein näheres Eingehen auf dasKeltern des Weines erwünscht gewesen. Seit wann ist etwa die Torkelpressein den Marken verschwunden oder welches sind die Gründe für deren Ersatzdurch eine einfachere Bauform gewesen, während sich diese antike Form inder Rheingegend und in den Donauländern bis zum heutigen Tag vielfach er-halten hat? Auf technische Einzelheiten geht der Verfasser stets ein, dieErklärungen sind aber oft nicht genügend deutlich. Die Bibliographie läßtmanches zu wünschen übrig; so hat der Referent vergebens nach dem Buchevon Ricci, das auf Seite 8, 59 und 73 kurz angeführt wird, gesucht. Manmöge aber bedenken, daß die Arbeiten auch philologisch nicht Geschultenleicht benützbar gemacht werden sollten.

Auch in 3) sind die Zeichnungen ein wenig spärlich vertreten. So wärees sehr erwünscht gewesen, wenn der Harkenaufsatz der Sense durcheine möglichst genaue Zeichnung erklärt und das Arbeiten mit diesem Gerätgenau beschrieben worden wäre. Läßt sich die Zeit des Aufkommens dieserVorrichtung, wenigstens ungefähr, feststellen?

Beim Kippkarren( Sturzkarren, wie ihn der Verfasser nennt), fehlt einegenaue Erklärung der Kippeinrichtung, und die bei diesem Fahrzeug vor-kommende Bremse wird nur erwähnt, auf ihre Bauform aber überhaupt nichteingegangen. Beim vierrädrigen Wagen wäre auch das Hervorheben derEinrichtung eines Vorder'd reh gestells wichtig.

Hugo Th. Horwitz.

Das Bibliographische Institut in Leipzig hat injüngster Zeit einige recht hübsch ausgestattete Bändchen herausgebracht, indenen bekannte Fachgelehrte verschiedene volkskundliche Themen in über-sichtlicher Weise, unterstützt von gutem Bildmaterial, behandeln. Es wärezu wünschen, daß auch österreichische Verleger diese Art der Veröffent-lichungen pflegen, deren Erwerbung einem großen Kreis leicht möglichwäre.( Preis: 90 Pf. für das Stück.) Der Schriftleitung gingen bis jetztfolgende Arbeiten zu:

Deutsche Volkstrachten von Oswald A. Erich. 2. Aufl., 1934.( 55 Seiten, 16 Abbildungen.) Der durch seine kunsthistorischen Arbeiten be-kannte Verfasser bietet auf knappem Raum eine gute, stammheitlich ge-gliederte Uebersicht über die deutschen Volkstrachten, die er in ihrerBeziehung zur Landschaft behandelt. Alle deutschen Stämme sind im Textund sorgfältig ausgewählten( farbigen) Abbildungen vertreten.

Für die Herausgabe eines ebensolchen Bändchens für den öster-