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Wonn' s af Augustin( 28. August) recht schön is, aft konn ma dsWeinber in Brunn hänga, so wird's ah no zeiti. Is a kolte Zeit,kriagn d' Weinber an Gehstecka( sie gehen davon).
Schon am Barbaratag( 4. Dezember) schneidet man ein paarReben ab, stellt sie im Zimmer ins Wasser und sieht dann schonzu Weihnachten, was der Stock für Weintrauben haben wird.Am Johannistag( 27. Dezember) wird der Wein geweiht. Daherdas Sprichwort:„ Af Johannis Segn is olles glegn". Af Gertraud( 17. März) schneidt mar af große Weinber, heißt es allgemein.Wenn es um diese Zeit noch zu kalt ist oder gar noch Schnee liegt,schneidet der Hauer doch wenigstens auf Gertraud drei Stöcke;oder wenn bei warmer Witterung schon vor Gertraud geschnittenworden ist, spart er sich drei Stöcke für diesen Tag auf.- Wennim Mai, Juni die frischen Reben in die„ Kräften” gesetzt werden,muß bei der Arbeit recht viel gesoffen werden, damit sie ordentlichwachsen und recht viel Weintrauben bringen. Im Mai pflegt manallgemein roten Wein zu trinken, auch die Wirte schenken im Mai„ Roten".- Wenn im Mai der Weingarten zu blühen beginnt, gärtim Keller der Wein noch einmal auf,„ ols gspürat er's".Herbst sind für die Reife der Trauben Tau und Nebel wichtig.„ DeNebln san de Weinbergrobbler." Dadurch werden nämlich dieTrauben„ moaschiger und kriagn feine Bolk'”. Wer die Arbeitdes Bindens recht versteht, muß so schnell binden, als man sagt:„ Stock, i gib der a Bandl, do host as".
Im
Die beliebteste Arbeit beim Weinbauer ist natürlich das Lesen.Ich erinnere mich noch aus meiner Kinderzeit, daß der Tag desWeinlesebeginnes vom Gemeindeausschuß festgesetzt und durchTrommelschlag verkündet wurde. Niemand durfte bei Geldstrafegesondert lesen, es sei denn, daß es bei einem abgetrennt vomeigentlichen„ Biri” liegenden Weingarten wegen des Wildschadensausnahmsweise erlaubt wurde. Heute herrscht da schon großeWillkür. Jeder beginnt unbekümmert um den andern in seinemWeingarten Weintrauben auszuschneiden, wann er nur halbwegsdie Beeren für reif erachtet; denn heute wird in der Regel nichtmehr die Maische verkauft, sondern die Trauben werden auf denMarkt gebracht; man will die Weinsteuer vermeiden und überdiesist ja nach Maische und Wein wenig Nachfrage. Aber der Wein-beißer, der sich ein gutes Tröpferl einfüllen will, es gibt ihrergenug! läßt die dazu bestimmten Trauben ausreifen bis MitteOktober.„ Af Gollas lest ollas!"( Gallus am 16. Oktober).
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