Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde42 (1937) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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42 (1937) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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haben ihn immer mehr zurückgedrängt und heute lassen ihn diedrückende Weinsteuer und auch die Absatzkrise nicht mehr auf-kommen.

So ist begreiflich, daß die Abkehr von alten Bräuchen undabergläubischen Meinungen, die ja überall bei dem jungenGeschlecht beobachtet wird, gerade auf diesem Gebiete sehr starkvorgeschritten ist; nur die Alten beachten sie und wissen nochdavon und hie und da wird in einzelnen Familien zähe daran fest-gehalten.

Ich möchte zunächst die mir bekannten Wetterregeln undProphezeiungen aufzählen, die sich auf den Weinbau beziehen.Ihre Zahl beweist eben auch die besondere Beliebtheit, deren sichdieser Zweig der Landwirtschaft einst bei Hauer und Bauer",wie die bezeichnende alte Einteilung der Dorfbewohner lautete,erfreute. Es sind folgende:

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Vinzenzi Sonnenschein bringt viel und guten Wein.( Vinzenz:22. Jänner)..- Wonn d' Veialn an lautn Gruh gebm, gibt's an guitnWein. So viel Pinkln Reb( beim Schneiden!), so viel Eimer Weinsolln wochsn. Chorfreitagfrier zoigt d' oltn Foß hervür.( Eswächst viel Wein!) Mirznwind is für d' oltn Leut schlecht unden Wein rieglt er in Foß( er gärt auf).- San af Georgi( 24. April)de Reb no blind, freut si Monn, Weib Glossar ::: zum Glossareintrag  Weib und Kind.( Die Gefahr desAbfrierens ist geringer.) Am Iringto'( Georgitag, 24. April) sollma d' Weinber übern drittn Roan segn, aft wird der Wein guit.Georgi wiar a Bein( Biene), Johanni( 24. Juni) wia r a Brein,Jakobi( 25. Juli) in Reim,] wie angehaucht, wie angestaubt; wennman's wegwischt, so glänzt die Beere wird a guiter Wein.

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Große Weinber( nämlich im Frühjahr!) a kloans Lesn, kloaneWeinber a groß' Lesn.( Stehen im Frühjahr große Wein-trauben, reisen sie gewöhnlich aus, sie fallen ab.) Wonn d'Ribisln( Johannesbeeren) ausreisen, reisen d' Weinber ahr aus.Wonn's af Medardi( 8. Juni) regnt, so haut's de Weinber mit derSengst o'.( Die Blütezeit muẞ trocken sein!) Dos Weinber, wosam Veitsto'( 15. Juni) bleahnt, dos steht um Jakobi( 25. Juli)nimmer, weil es schon häng t). Wos af Jakobi bleahnt, kimtah no ins Foẞ( reift auch noch bei günstiger Witterung.)Wochst der Howern( Hafer) über de Zäun, wird koan Wein undkoan Brein.( Nasse Zeit verträgt weder der Wein noch der Brein.)Wos der August nit kocht, konn der September nit brotn.

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