Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde42 (1937) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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42 (1937) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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neuesten bayrischen Typus gehören würden. Gemeinsam ist ihnenallen außerdem die Ausrüstung des Chores mit Geräten, die dieTätigkeiten der betreffenden Jahreszeit nachahmend, bewegtwerden. Bei den neuesten Typen finden wir dies sehr selten, über-wiegend vereinzelte Gesten oder zum Abschluß jeder StropheSchläge gegeneinander oder gegen den Boden.

Die Texte dieser Spiele gehen bezüglich der Kärntner- undsteirischen Spiele fast vollständig auf das Straubinger Flugblattvon 158014) zurück, das, wohl als erstes zur brauchmäßigen Dar-stellung verbreitet, so eigentlich die Textform dieser Spieledarstellt.

Das Millstätter Spiel15) ist vollkommen identisch, nur dieStrophen 13, 14, 23, 24 weichen ab, bei sechs derselben sind kleineWortveränderungen, die sich der nächsten Fassung, der Gurk-taler16) nähern, von deren 22 Strophen 15 dem Flugblatt ent-stammen, das auch jedweden Kampfmomentes entbehrt, währendvon den 14 Strophen dės steirischen Spieles17) und den 17 bezw. 12der fränkischen Fassungen je 6 ihm entnommen sind.

Vielleicht handelt es sich bei dem Ettaler und NeumarkterSpiel auch um eine Aufführung des nur sechzig Jahre älteren Flug-blattextes, zu dem Werlin18) sechs Jahre nach der ersteren Rech-nungseintragung die Melodie veröffentlichte.

Sieht man von Franken, das eigentlich textlich eher demneuesten Typus angehören würde, wenn auch die wichtigsten, zwaretwas zersungenen Strophen und die Ausführungsart es der be-sprochenen Gruppe zuweisen, ab, so fällt auf, wie gering dasStrophenerbe des Flugblattes und seiner Nachfolgespiele in denneuesten Typen ist. Läßt man die fast allen Sommer- und Winter-spielen gemeinsamen Herr und Knecht", Reisen ins fremdeLand", außeracht, so finden wir von Strophen des Flugblattes inzwei Spielen des Innviertels 5, in der Pfalz 4, in Salzburg 2, in derbayrischen und westböhmischen Gruppe nur je eine einzigeStrophe wieder. Die nordböhmische und schlesische Gruppe, sowiedie Spiele der Schweiz und Badens enthalten nichts davon. Nochgeringer ist der Anteil der im Flugblatt nicht enthaltenen Strophen

1) L. Uhland, Alte hoch- u. niederdeutsche Volkslieder, 1844, I. 1, 23.15) G. Graber, Volksleben in Kärnten, Graz 1934, 224.

16) K. Klier, Der Streit zwischen Sommer und Winter, Das deutscheVolkslied, Wien, XXX, 7.

17) A. Schlosser, Deutsche Volkslieder aus Steiermark, Innsbr. 1881.18) Fr. M. Böhm, Altdeutsches Liederbuch, Leipzig 1913.