Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde42 (1937) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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42 (1937) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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oft über weite Strecken bis zur berufsmäßigen Ausübung, in derKleidung und der Ausrüstung alle Arten vom einfachen Hochzeits-laderstab bis zur vollen Maske, so daß hier wohl kaum ein ein-heitliches Spiel vorliegt, sondern Reste verschiedenen Ursprungsund verschiedener Zeiten bunt durcheinander gewürfelt sind.

Das Folgende will nun einen Beitrag zur Einteilung des um-fangreichen Stoffes liefern.

Es wurde das Sommer- und Winterspiel für Skandinavien ausden Frühlingskämpfen größerer Scharen beeinflußt durch höfischeRitterdichtung, für Süddeutschland jedoch aus der gelehrten Dialog-literatur des 16. Jahrhdts. abgeleitet¹). Zweifelhaft erscheint demVerfasser, ob die Gruppenspiele Kärntens und Steiermarks einBindeglied zwischen den Gruppenkämpfen Schwedens und den ein-figurigen Spielen neuesten Typus, des in Wort und Tat ausge-führten Sommer- und Winterspieles darstellen. Abgesehen davon,daß Wort und Tat in den neueren Spielen durchaus nicht gleichsind, so daß man kaum von einem einzigen neuesten Typus sprechenkann, wären die seit dem 18. Jahrh. sich findenden Gruppen-spiele mit Anführern vorerst unter dem Gesichtspunkt zu be-trachten, ob sich darin wenigstens eine Einheit findet.

Außer den oben Angeführten finden wir noch eines, in zweiFassungen mitgeteiltes, aus Franken2), nebst der Nachricht der-artigen Brauches in einem Thüringer Operntext von 1630³).

Die vierpersonigen Spiele4), in Rechnungen bayrischer Klösterim 17. Jahrh. erwähnt, dürften auch dieser Art angehören, da nachder Eintragung sie sangen den Sommer und Winter" Mosers Auf-fassung der zwei Ueberzähligen als Chor richtig sein dürfte. EinJahreszeitenspiel ist für jene Gegenden nicht belegt und würdeauch nicht als Sommer und Winter bezeichnet worden sein.

Hingegen sind Formen mit nur einem Begleiter, der nebenseiner Vorläuferrolle auch einer Partei hilft, wie in den Ennstaler5)und Slowakischen6) Spielen, als Gruppenkämpfe mit Anführern

1) H. Moser, Zur Geschichte des Sommer- und Winterkampfspiels,Bayrischer Heimatschutz, München 1933, XXVII, 33 ff.

2) F. W. Frh. v. Ditfurth, Fränkische Volkslieder, Leipzig 1855,HI, Nr. 378, W. Hensel, Das aufrecht Fähnlein.

I, 119.

3) L. Erk- Böhme, Deutscher Liederhort, 1925, III, Nr. 1073.4) H. Moser, a. a. O.

5) J. R. Bünker, Volksschauspiele aus Obersteiermark, Wien 1915,

6) A. Damko, Volksdichtungen aus Kuneschhau, Karpathenland,Reichenberg 1931, V, 24.