Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde42 (1937) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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42 (1937) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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( Kohlbrugge, S. 23 ff., S. 29 mit zahlreichen Abbildungen) als dievolkstümlichen Neidköpfe an den Bauernhäusern in verschiedenenGegenden Deutschlands ins Auge zu fassen. Menschliche Gesichterund Masken dieser Art und Bedeutung, gewöhnlich als Neidköpfebezeichnet, kennt man nicht nur im Bergischen( Schell, Abwehr-zauber am bergischen Haus, Globus, Bd. 91, 1907, S. 335) sondernsie kommen vereinzelt auch an städtischen Gebäuden wie zumBeispiel in Berlin vor( Das Haus Nr. 38 in der Heiligengeiststraßezu Berlin, Melusine, 1898/99 S. 158). Reiches Material brachteneuerdings Robert Mielke( Neidinschriften und Neidsymbole;Niederd. Zs. f. Vk. 1932), der auf S. 183 ff. sogar eine Zusammen-stellung von Neidköpfen an Wohnhäusern gab. Hieher gehören auchdie sogenannten Kopfziegel aus Oberbaden, Hohlziegel mit auf-gesetzten Köpfen als Giebelschmuck, über die uns Hugo v. Preenan Hand einer Reihe von Zeichnungen unterrichtet hat( Kopfziegel,ein Giebelschmuck aus Oberbaden, Zeitschrift des Vereins fürVolkskunde, 1908, S. 277 ff.).

Mag also auch die besondere Formgebung des abwehr-kräftigen Menschenantlitzes in Gestalt eines holzgeschnitzten Ge-sichtes, wie es unsere beiden bisher belegten Streufunde ausKärnten und Oberösterreich zeigen, selten sein, über ihren Sinn,wie auch darüber, daß sie als Zeugnisse für einen in ganzDeutschland verbreiteten Volksglauben zu gelten haben, kann keinZweifel bestehen.

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Ergänzenden Bemerkungen von Alexander Issatschenkogibt die Schriftleitung im Nachstehenden gern Raum.

Die Ausführungen Rudolf Kriss' erhärten die von mir in derNovemberfolge 1935( S. 107 ff.) dieser Zeitschrift aufgestellte Be-hauptung, daß das Auftauchen von Schrecklarven in den Alpen-ländern nicht als eine launische Einzelerscheinung, gewertet werdenkann und daß es sich im Falle der Neidmaske aus dem Innviertel,wie auch bei der Kärntner Larve um Reste eines, wie es scheint,verbreiteten Aberglaubens handelt. Herr Graber hat nun in seinerErwiderung auf meinen obenerwähnten Aufsatz die magische Kraftdes von mir beschriebenen Kopfes in Abrede zu stellen versucht undsich dabei auf das unansehnliche Alter des Schnitzwerkes gestützt.Eine Umfrage im Auffindungsort Globaßnitz, sowie in den um-