1
Abhandlungen und kleinere Mitteilungen.
Eine Schrecklarve aus Oberösterreich.
Von Rudolf Kriss, Wien- Berchtesgaden.
Mit 1 Abbildung.
Die Diskussion über die Echtheit einer Schrecklarve ausKärnten, die vor kurzem in dieser Zeitschrift geführt wurde( EineSchrecklarve aus Kärnten, von A. V. Issatschenko, 1935, S. 106 ff.)und die Entgegnung von Georg Graber, 1936, S. 30) veranlaßtmich, einen durchaus ähnlichen Fund aus Oberösterreich zu ver-öffentlichen.
Die hier abgebildete Larve, die ich vor drei Jahren erwarb,hing am Stalle des Schamberger Anwesens in Holzing, GemeindePram( Bezirkshauptmannschaft Ried im Innkreis) und hatte denZweck, das Vieh vor bösen Einflüssen zu schützen. Der Kopf ist25 cm hoch, ziemlich sorgfältig geschnitzt und besitzt alswichtigstes Charakteristikum einen weitgeöffneten Mund mit heraus-gestreckter Zunge. Der Kopf sei„ schon immer" dort gehangen. ImGegensatz zu der neueren Kärntner Maske aus der zweiten Hälftedes 19. Jahrhunderts weisen sämtliche Kennzeichen der oberöster-