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scheinlich von den eindringenden Germanen vorgefunden und miteigenen Vorstellungen verschmolzen wurde. Dazu wäre zu be-merken, daß unsere Dämonenläufer überall auch Macht über dieFruchtbarkeit besitzen. Mit ihrem Erscheinen ist sogar häufig einFruchtbarkeitszauber verbunden, der sich u. a. im Toben derWilden Jagd über den Feldern spiegelt16). Ein magisch- sym-bolischer Dreschtanz nach Abschluß des Drusches zu Mittwinterwäre wohl verständlich, auch bei den Germanen. Aber rasche undwechselnde Taktgeräusche gehören überhaupt zu kultischenMännertänzen. Abgesehen vom„ Strampfen" der Huttler in Tirol,das noch näher zu untersuchen ist, finden wir dies wunderschönim„ Steppen” der nordenglischen Kurzschwerttänze, das keinjunges Erzeugnis ist. Zu meinem Erstaunen sah ich es selbst in alt-tibetanischen Tänzen. Verwickelte Schrittarten morris- ähnlicherTänze aus Katalonien und blitzschnelle Stampftritte und Sprüngemit Fersenzusammenschlagen bei den rumänischen Caluschariigeben weitere Beispiele. Gerade die magischen Tänze der Calu-scharii stehen dem Trestern recht nahe, wenn es auch dort nochfreie Massenimprovisationen unter der Führung des Vataf sind 17).Das immer mehr gesteigerte Stampfen und Springen erzielt einenBewegungsrausch, durch den die Caluscharii Krankheiten zu heilensuchen. Eine Ekstase, kein Getreideaustreten. Was schließlich dieüber das Gesicht herabhängenden Bänder betrifft, so sind solcheals Maskenersatz so verbreitet, daß man keine weitere Erklärungsuchen muß. Auch das Schwingen eines Tuches muß nichtrationalistisch gedeutet werden. Den Morristänzen ist es gleichfallseigen. Welche Erklärung immer aber wir dem Trestern gebenwollen, eines ist unumstößlich: im ganzen deutschen Volksgebiethaben wir kaum einen anderen Tanz etwa vom Schwerttanz ab-gesehen der Auge und Phantasie ähnlich fesselt. Ob man ihn.aus steinzeitlichen Zuständen ableitet oder nicht, seine Wurzelnliegen jedenfalls in grauer Vorzeit, im Bereiche der„ alten Religion".
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16) Vgl. O. Höfler, Kultische Geheimbünde der Germanen, Seite 129 f.und die dort zitierte Literatur.
17) Vgl. R. Wolfram, Altersklassen und Männerbünde in Rumänien,Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien 1934.