Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde41 (1936) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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41 (1936) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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kamen, liefen sogar die Männer davon. Alle Erzählungen sprechenvon den hohen Sprüngen der Perchten. Frau Stöffelmeier wurdendie Male von den Nagelschuhen an den Stubendecken gezeigt undAdrian) meldet, daß in den Sechzigerjahren am Gewölbe desWastlbauern in Piesendorf zwei gemalte Fußspuren zu sehenwaren, zum Denkzeichen an die Kunstfertigkeit des weitbekanntenPerchtentresterers Wastlsimmer, eines Sohnes vom Hause. 1858soll er gestorben sein. Im Springen und Hüpfen tat es ihm keinergleich. Auch der interessante Bericht Spaurs in seinem Buche Reise durch Oberdeutschland- Salzburg( 1800) spricht davon,daß einer der Burschen mit seinen Schuhsohlen die Zimmerdeckeberührte. Ueber Gräben und Zäune springen sie mit Hilfe ihrerStöcke und wenn der Zug tobend und lärmend heranzieht, müssendie Lichter in den Häusern gelöscht werden um die Fenster ganzzu erhalten und niemand darf sich vor ihnen auf dem Wege blickenlassen, der sich nicht unangenehmen Begegnungen aussetzen will.Die Sagenbildungen vom besonders wilden Springen der Perchten,das die Anwesenheit des Teufels unter ihnen anzeigt, sind leichtzu verstehen. Darum sollen die Perchten, wie auch die TirolerHuttler immer etwas Geweihtes in die Stiefel tun, damit der Teufelkeine Macht über sie hat. Adrian erzählt die Sage vom Lufttanzeines Knappen im Gasteinertal, der 14 Tage vor dem Perchtenlaufabsichtlich nicht betete. Als der Pfarrer gerufen wurde, stürzte eraus der Luft zu Boden. Ganz ähnlich lautet ein Bericht von FrauStöffelmeier aus dem Großarltal. Ein überzähliger Percht war dabeiund sprang über den Brunnen und in Hausdachhöhe. Als sie zumWirtshaus kamen, besprengte der Wirt die Tänzer mit Weihwasser,weil sie gar so gesprungen sind und da hat einer einen Schreigetan und ist durch die Luft davon". Eine genaue Parallele ist inSchwaben zu finden. In einigen Gegenden sammelt sich eine AnzahlKlose und durchzieht das Dorf. Aber das Volk hängt fest an der altenUeberlieferung, daß da immer ein unbekannter Ueberzähliger sicheinmische: Wer der sei? Niemand anderer als der Gottseibeiuns.In Mühringen waren es einst 13. Der Pfarrer wurde gerufen, segnetedie Klose und siehe da: es waren im Nu nur mehr ihrer zwelfe" 8).Auch beim Aufruf des Haberfeldtreibens ertönt regelmäßig das

7) Von Salzburger Sitt und Brauch, Wien. 1924, Seite 68.

8) A. Birlinger, Aus Schwaben II, Seite 4. Bemerkenswert ist, daßsich unter den 50-60 Perchtenläufern aus der Gegend Lend, Goldeck,Schwarzach, St. Veit 12 eigentliche Perchten befanden, entsprechend den12 schwäbischen Klosen.