Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde40 (1935) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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40 (1935) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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opfer scheinen die gebotenen Nachweise und Verknüpfungen besonders an-sprechend, die heilbrauche und manches andere tun dar, wie derWunderglaube und Heilsbedürfnis auch in der Ueberlieferung der Hoch-kulturformen überall gleichgestaltig zum Ausdruck kommt.

A. Haberlandt.

Gudmund Schütte: Our Forefathers The GothonicNations. 288 Seiten, 10 Figuren und Karten. Bd. I. Cambridge 1929.

Was in der Besprechung des zweiten Teiles dieses grundlegendenWerkes ausgeführt wurde( vergl. diese Zeitschr. 1934, Seite 75 f.), gilt voll-inhaltlich auch für den ersten. Er verstärkt den Eindruck, daß mit strengerAufgliederung des Stoffes unter Verzicht auf alle Wirkung persönlichen Stilsallein die Kraft sachlicher Beweisführung zur Geltung gelangen soll, wobeioffene Fragen und Lücken der Forschung der Gediegenheit des Gebotenennicht nur keinen Eintrag tun, sondern im Gegenteil seine Wissenschaftlichkeitnur ins beste Licht setzen. Es ist hier wohl alles kritisch bearbeitet undzusammengefaßt, was an sicheren Quellen für die Erkenntnis der ältestengermanischen Völker in Europa und ihrer Nachbarn in Ost und West vorliegt.Den Namen Germani will Schütte von der belgischen Stammesprovinz ge-deutet sehen, wo er den Römern geläufig wurde, Neckel aber hat wohl mitseiner großzügigen Ueberschau darüber hinaus die Frage richtig auf älterenindogermanischen Urgrund zurückgeführt. Ganz hervorragend wird die Innen-gliederung und die völkische Umwelt der Germanen kritisch aufgehellt undin kulturwissenschaftlicher Ausdeutung der Namen, der mythischen Weltund religiösen Begriffe, wie der Kulturwörter in geschichts- und raumwissen-schaftlicher Kritik auf Grund der Einzelbelege ein Wissensgebäude der germa-nischen Altertumskunde aufgerichtet, das dieser Wissenschaft nach Methodeund Systematik nach wie vor einen führenden Platz in der gesamten Kultur-erforschung Alteuropas sichert.A. Haberland t.

Kernstellen

E. M. Arndt: Deutsche Volkwerdungaus seinen Schriften und Briefen. Herausgegeben vonC. Petersen und P. H. Ruth, 160 Seiten mit einem Bilde Arndts.( HirtsDeutsche Sammlung IX, Bd. 12, Breslau 1934.)

Dem Büchlein wird jeder Volksforscher gute Stunden verdanken.Arndts Leben ist Bekenntnis zum Volkstum gewesen, Deutsches Sein aller-wegen sein Inhalt. Die Herausgeber haben seinen Gedankengängen mit ver-ständnisvoller Einfühlung Gegenwartsnähe verliehen und man mag just heutedessen gewahr werden, wie im geschichtlichen Werden Ideen und Ziel-setzungen der Volkskunde jener Tage gegenwartsnah geblieben sind. JederTextstelle ist durch Ueberschriften wie Idee des Volkes, Lebensgesetzedes Volkes" und kennzeichnende Inhaltsangabe in Schlagzeilen ein Heroldgleichsam beigestellt, der mit knapper Sinngebung auch den Volkspflegernmanches zu sagen weiß.A. Haberlandt.

Herausgeber, Eigentümer und Verleger: Verein für Volkskunde( Präsident Prof. Dr. M.Haberlandt). Verantwortlicher Redakteur: Prof. Dr. Michael Haberlandt, Wien, VIII.Laudongasse 17. Buchdruckerei Pago, Wien, II. Große Schiffgasse 4.