Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde40 (1935) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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40 (1935) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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Artstreber der Arier, wie sie sich selbst nannten, schließlich auch welt-anschaulich abweichen. Es folgt Hinwendung zur Yogalehre und die vondieser Welt sich abwendende Geistigkeit des Buddhismus, eine höchste arischeGeistesblüte, in die indes schon innerasiatische Wesenszüge mitverwachsensind. Auffrischung des Blutes durch die Indoskythen beschließt den Abschnitt,dem man in der Erläuterung arischen Wesens ebenso volle Zustimmungleihen wird, wie es zu begrüßen ist, daß der den Iraniern gewidmete Teil dieEbenbürtigkeit und das hohe sittliche und Geistesmaß der Perser dem schiefenGesichtswinkel griechischer Geschichtsschreibung entrückt und als vorbildlichfür arisches Volkswesen herausstellt. Auszubauen bleiben einigermaßen dievolkskundlichen Gesichtspunkte, unter denen die Gebirgsvölker, von denKurden, Galtschas, Tadschiks, Kafirs über den Hindukusch und Himalaya biszu den Lolos im Osten ihre artgemäße Beurteilung und kulturgeschichtlicheEinordnung finden können. Für die Entsprechungen zu kaukasischen und süd-osteuropäischen Wesenszügen ist hier wohl auch ein alter dinarisch- vorder-asiatischer Einschlag maßgeblich; nur die Lolos stehen den Alpinen" näher.Ihre Kulturgleichungen gegenüber den Ost- Karpathen sind höchst auffällige.Saken, Juetschi, Tocharer werden bestens in ihrer Erscheinung inmitten einerandersartigen Völkerwelt umrissen, auch das Problem nordischen Einschlagsin den Führerfamilien Inner- und Ostasiens wird aufgerollt. Für die Ent-wicklung der asiatischen Völkergeschichte ist damit ein verheißungsvollerWeg beschritten, der zudem viele europäische Kunst- und Kulturprobleme ent-schleiern hilft. Es sei nur an J. Strzygowskis Forschungen über den Nordenin diesem Zusammenhang erinnert. Nun bleibt noch Aufhellung des Kultur-reliefs auch von Süden her vonnöten, von jenen mittelländischen, wüsten-ländischen und weddoiden Rassenerscheinungen, die im alten Indien wie imOrient Glossar ::: zum Glossareintrag Orient gewaltige wirtschaftliche und kulturelle Schöpfungen begründen halfen.Es sei nur an die künstlerische Gestaltungskraft, kultische Tierpflege und ge-samte Weltanschauung der Leute von Mohenjo Daro im Indusgebiet um3000 v. Ch. mit ihrer Bilderschrift, vorbuddhistisch entwickelten Kunst undallem Drum und Dran einschließlich der Hakenkreuzsymbolik erinnert. Derklaren Sprache wie den schönen und gewählten Bildern gebührt besondereErwähnung.A. Haberland t.

Zur Beachtung.

Von der Zeitschrift für österreichische Volkskunde wird zu kaufengesucht: Jahrgang XXI- XXII( 1915-1916) und Jahrgang XXIV( 1918).Gefällige Anbote sind an den Verein für Volkskunde, Wien, VIII., Laudon-gasse 19, mit Preisangabe erbeten.