Library / Self-PublishedÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde40 (1935) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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40 (1935) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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Behandlung der Trachtengeschichte, der Perücken- und Zopfzeit anschließen( 1650-1780), die kostümgeschichtlich wie sonst durch die französische Re-volution ihren Abschluß findet. In gleicher Weise wie die früheren Lieferungenist auch diese fünfte durch zahlreiche reizvolle und lehrreiche Bildbeigabengeschmückt, deren Aufsuchung den Herausgeber keine geringe Mühe gekostethat. Wir sehen der Fortsetzung des Werkes, das nunmehr die Blütezeit dersteirischen Volkstrachten zu behandeln haben wird, mit anerkennender Er-wartung entgegen.Prof. Dr. Michael Haberlandt.

Theodor Zwölfer: Sankt Peter, Apostel fürst undHimmelspförtner. Seine Verehrung bei den Angelsachsen und Franken.Stuttgart, Kohlhammer, III+ 157 Seiten.

Mit dieser fleißigen Monographie liegt eine kirchengeschichtliche Ab-handlung vor, deren Wert für die religiöse Volkskunde nicht gering anzu-schlagen ist, sowohl vom methodischen Standpunkt wie in Hinsicht auf diespärliche Bearbeitung, welche die Petrusverehrung bisher gefunden hat. Nacheiner allgemeinen Einleitung über germanische Heiligenverehrung wird in zweiAbschnitten Stellung und Verehrungsgeschichte St. Peters bei den Angel-sachsen und bei den Franken behandelt, wobei neben der Aufstellung allge-meiner Richtlinien, welche besonders die Tendenz der germanischen Völkernach Rom in Verbindung mit der Stellung des Apostelfürsten bringen, auchfür die Wallfahrts- und Patronatsforschung dieser Frühzeit viele Anregungenabfallen. Solche Untersuchungen sind fester Grund, auf dem die Heiligen-verehrungsforschung wohl weiterbauen kann. Leopold Schmidt.

Martin Wähler: Die Weiße Frau. Vom Glauben des Volkes an denlebenden Leichnam. Erfurt, Kurt Stenger, 1931. 87 Seiten.

Eine der bekanntesten deutschen Sagengestalten wird hier mit Zuhilfe-nahme neuerer volkskundlicher Erkenntnisse näher bestimmt. Nachdem zu-nächst jedes bezeugte Auftreten der Gestalt möglichst rationalistisch als Trugoder Betrug erklärt wird, wendet sich der Verfasser zu den Grundlagen derVorstellungen, welche doch auch dem Trug zu grunde liegen müssen undkommt mit seinen aitiologischen Aufstellungen zu beachtlichen Ergebnissen,während in dem Abschnitt, über den Zusammenhang der Sage mit demGlauben an den lebenden Leichnam viel bekanntes vorgesetzt wird, das zumThema wenig Klärung bringt. Weit wichtiger als dieses Eingehen auf prä-animistische Grundgedanken wären kulturgeographische Erwägungen überdie möglichen Zusammenhänge dieser den Tod ankündigenden weiblichenGestalt mit ähnlichen Glaubensfiguren, besonders der Pestfrau und der Tödingewesen; wenn man die starke ostmitteldeutsche Verbreitung der Sagebedenkt, könnte man ältere slawische Beziehungen wohl dabei ins Augefassen. Dankenswert ist der Abschnitt über die Verwendung der Sagein Volks- und Kunstliteratur. Eine irgendwie abschließende Behandlung derSage ist durch diese Arbeit keinesfalls gegeben. Leopold Schmidt.

Wallfahrt und Volkstum in Geschichte und Leben. Unter Mitwirkungvon Rudolf Kriss, Johann Peter Steffes, Johannes Vincke, Eugen Wohlhaupterund Friedrich Zoepfl, herausgegeben von Georg Schreiber.( Forschungenzur Volkskunde, Heft 16/17), Düsseldorf, Schwann, 1934.