Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde40 (1935) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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40 (1935) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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statt die älteren Bergleute den Betriebsleiter am Rudolfsturmansprachen; diese Anrede lautete: Glück auf! Gstreng Herr Ver-walter!" Sonst war bloß der Gruß Glück auf!" üblich.15)

Aus Reichenhall in Bayern dagegen stammt folgender,durch G. Kühne- Hellmessen, München, bekanntgewor-dene, bisher mündlich überlieferte Salzspruch, der als ein bisins 16. Jahrhundert zurückgehender Hallfahrergruẞ" an-zusprechen ist und lautet:

,, Ich bin ein freier Salzfuhrmann

und niemand mein geraten kann,

Fahr Salz hinaus, bring heim die Sachen,zu Kleider, Werkzeug, Hausrat machen.

Han meinen Stand gebracht in Ehren

Und tu das ganze Land ernähren.Erwart die Hoffnung noch daneben,

Gott wird mir Glück und Frohmut geben."

Als in diese Reihe gehörig ist auch ein von G. Kühne- Hell-messen dichterisch erfaßter Hallfahrergruß aus HallinTirol zu erwähnen, welcher auf Vorkommnissen des 16. Jahr-hunderts fußt und eine im 17. und 18. Jahrhundert gebräuchlichetirolisch- bayrische Grußformel zwischen Hallfahrer( Salzfuhrmann) und Gastwirt darstellt, wie sei beim Eintritte desersteren in die Gaststube gesprochen zu werden pflegte:Gruß des Hallfahrers:, Gott zum Gruß, Leut!

Salz und Brot, zum Leben, zum Todseind heilige Zwei der himmlischen Drei,des Vaters, des Sohns, des heilig Geists

Antwort des Wirtes: ,, Brich dirs Brot,

Hallfahrer:

solang du mir's Salz verschenkst!",, Vergelts Gott!"

_

- Amen!"

Zusammenfassend kann somit gesagt werden: Im Vor-stehenden wurde versucht, einen Ueberblick über die Entstehungdes Bergmannsgrußes Glück auf!" und eine in dieser Vollständig-keit erstmalige Zusammenstellung von volkläufigen berg-männischen Grußformeln zu geben, die gewiß desInteresses weiterer Kreise und weiterer volkskundlicher Forschungwert sind; durch sie wird ein Einblick in die Seele des deutschenBergmannsstandes gewährt. Niemand wird sich bei auf-merksamer Betrachtung der eindringlichen Sprache dieserbergmännischen Grußformen entziehen können. Nichtnur aus dem einfachen Glück auf!"- Gruße, sondern insbesonders

15) Freundlichst mitgeteilt von Hofrat Ing. C. Schraml, Linz a. D.