132
unterschieden. Ausführlich behandelt ist zwischendurch das Dachdecken mitStroh, Wirtschaftsgerät, so auch die Obstquetschen mit Kollergang, weitersalles beachtliche im Arbeitsbrauch und der Festsitte, schließlich gibt dieArbeit auch Hinweis auf die Erhaltung der Tracht. Wir möchten allendeutschen Landschaften solche Durcharbeitung, die nur der Einzelne mit sach-gemäßer Vorbildung erwandern kann, wünschen. A. Haberlandt.
Rudolf Kapp. Heilige und Heiligenlegenden in Eng-land. Studien zum 16. und 17. Jahrhundert. I. Bd. Halle, Niemeyer, 1934,RM. 14.
Es scheint, daß im Zusammenhang mit dem Aufblühen der religiösenVolkskunde auch die Legende in ein neues Stadium ihrer Erforschung tritt;eine größere Zahl von wertvollen Arbeiten, so die Neuausgabe des Caesariusvon Heisterbach durch A. Hilka wie andrerseits die beispielgebenden Unter-suchungen von Gerhard Eis( Prager Deutsche Studien Bd. 46; GermanischeStudien, Bd. 140) scheint dies anzukündigen. Kapps Arbeit über ein etwasentlegenes Spezialgebiet, nämlich das Fortleben der Heiligenverehrung inEngland der Reformation fügt sich in diese Entwicklung gut ein, indem sievor allem durch umfassende Literatureinsicht ein neues Gebiet erschließt,dann aber besonders dadurch, daß hier nicht Untersuchungen über Legendenund ihre Motive etwa vorliegen, sondern sozusagen die sachlichen Grundlageneiner derartigen Forschung erst gegeben werden. Die Verbreitung der Aus-gaben und Drucke, die Anteilnahme des Publikums, der Kirche, des Staates,der Dichter und Schriftsteller an der Welt der Legende wird dargelegt. Nebenden Ergebnissen dieser Abschnitte werden den Volksforscher wohl besondersdie Kapitel 10„ Legende und Volksglaube“ und 11„ Die Volksbücher"interessieren.Leopold Schmidt.
Br. Schier: Hauslandschaften und Kulturbewegungenim östlichen Mitteleuropa. Beiträge zur sudetendeutschen Volks-kunde, XXI. Bd. Reichenberg, Franz Kraus, 1932. 456 Seiten, 20 Bildtafeln,8 Verbreitungskarten.
Die methodische Grundeinstellung dieser fruchtbaren und gediegenenArbeit zur Kulturgeschichte des Deutschen Bauernhauses, die aus gedanken-reichem Umbruch Rhammscher Gedankengänge erwachsen ist, bietet Seite 4:Um das Haus kulturmophologisch richtig zu erfassen, müsse man in ihm nichteine starre Einheit sondern einen Ueberlieferungskomplex sehen, der ausvielen Einzelteilen verschiedenster Herkunft und verschiedensten Alters zu-sammengesetzt ist. Eine Reihe von Kulturmerkmalen, die sich gehäuft in einemVerbreitungsgebiet findet, ordnet Schier dann einem nord- und osteuropäischenKulturkreis zu, in den er auch die Alpen etwa bis zur Urschweiz einbezieht.Hierher gehören nach Schier Pfettendach, Wirrstrohdeckung und ihre Weiter-bildung, Blockwerkbau, Wölbdecke, Laubenhäuser und Paarhöfe( ,, Zwie-bauten“), Koch- und Rauchofen, Badestube, hohe Schlafbühne, Dörrhaus undRauchboden, Gadenwesen und Wirtschaftliches, darunter das Hartbrot. Karten