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vor dem Kriege nach Wenigzell: 1. Von Kaindorf am letzten Sonntag imApril, 2. von Passail und Kaibing am 6. Sonntag nach Ostern, 3. von Kirchauin Nied.- Oest. jedes zweite Jahr am 2. Sonntag nach Pfingsten, 4. von Raachin Nied.- Oest. am 3. Sonntag nach Pfingsten, 5. von Gschaidt bei Hochneu-kirchen, Nied.- Oest. und von Stanz im Mürztale am 4. Sonntag nach Pfingsten,6. von Hohenbruck bei Waltersdorf in Steiermark am Schutzengelsonntag( einst der erste Sonntag im September, jetzt der erste Oktobersonntag),7. von Mariazell und Aflenz am 3. Sonntag im Oktober, 8. von Maria Reh-kogel bei Bruck a. d. Mur am 4. Sonntag im Oktober. Die Prozessionen yonKirchau, Mariazell- Aflenz und Maria Rehkogel erscheinen heute nicht mehr.In Pöllauberg ist nur am Festtage( 17. März) ein stärkerer Besuch von Pfarr-leuten und Fremden. Sonst läßt sich die Verehrung des Heiligen noch nach-weisen in Schäffern in Steiermark( Seitenaltar), Sinnersdorf bei Pinggau( Kapelle), Mürzzuschlag( Statue), Maria Schutz in Nied.- Oest.( Seiten-altar), Kirchau in Nied.- Oest.( Seitenaltar), Litzelsdorf( Kirchenpatron) undRotenturm im Burgenland( Bild in der Kirche). Bedeutend größer ist nochdie Zahl der Orte, wo er von der bäuerlichen Bevölkerung verehrt und Messenzu seiner Ehre bestellt werden, ohne daß der Kult durch Statuen oder Bildersichtbar zum Ausdruck käme. Wir können hier den Umkreis annäherndvom Mürztal in Steiermark über den Semmering, Pfarre Prigglitz, Schwarza-tal gegen Lichtenegg, Kirchschlag, das Pinkatal abwärts bis zur ungarischenGrenze und noch hinübergreifend nach Güssing ziehen( durch Nachfragenfestgestellt). Von hier geht es ins Pinkatal zurück( in Stegersbach vertrittschon der hl. Aegydius die Stelle des hl. Patriz), von Grafendorf über Pöllaund Passail zum Mürztal.
Doch war früher die Verehrung noch bedeutend ausge-breiteter, wie die Prozessionen von Mariazell und Aflenz zeigen. Auchdie Pfarrkirche in Hernstein in N.-Oe. hat eine eigene Seitenkapelle mit demBilde des hl. Patritius, das ein in Piesting als Sommerfrischler weilenderMaler mit dem Decknamen Schmidt, im Jahre 1880 für 28 Gulden anfertigte.Heute merkt man von einer Verehrung dort nichts mehr. Nur St. Leonhardwird angerufen( Mitteilung des Pfarramtes). Im Donnersbachtal findet derhl. Patritius, wenn ich mich einer Bemerkung Reiterers gut erinnere, ebenfallsVerehrung.
Der Heilige wurde, um vorerst seine Lebensgeschichtekurz zu schildern, im Jahre 389 zu Kilpatrick in Schottland als Sohndes Diakons Calpornius geboren. Von plündernden Iren 405 geraubt,mußte Sucat, wie vordem sein Name lautete, die Herden hüten. Alssich ihm Gelegenheit bot, floh er nach Gallien und trat hier in dasKloster Marmoutier und dann beim heiligen Germanus in Auxerreein. Zum Missionär ausgebildet und zum Bischof geweiht, kehrteer 432 nach Irland zurück, um hier den Glauben zu verkünden unddie Tätigkeit des heiligen Palladius fortzusetzen. Nun nahm er denNamen Patritius an. Nach einem Besuche bei Papst Leo demGroßen stiftete er um 444 die Metropole Armagh. Er starb nach