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„ Studenten". Es ging uns in den sauberen Stuben wohl genug, umuns herzlich und gebührend zu bedanken und um unsere Schuldig-keit zu fragen. Aber da sagten alle unsere Gastgeber:„ Ihr seiduns gar nichts schuldig". Und als wir drängten, wir wollten unsdoch irgendwie erkenntlich zeigen, da hat eine ältere Frau gemeint:„ Ach was, wer weiß, wir können Euch vielleicht auch einmalbrauchen". Das war uns recht so. Es ist echt bäuerliches Denken.Nicht gleich alles fertig machen zwischen Mensch und Mensch unddann auseinandergehen als wär nichts gewesen. Es kommt die Zeit,wo der eine den andern doch wieder braucht.
Die Frau hat Recht. Soweit meine bescheidenen Kräftereichen, mögen ihre Landsleute nur zu uns kommen, wenn sie etwasbrauchen.
Hochzeit in Villgraten( Osttirol).
Von Maria Lang- Reitstätter, Wien.Handstrach und Brautstand.
„ Jetzt werdn wir wohl bald Krapfn kriagn!” ruft die Ober-schallerin der Unterschallerin auf dem Kirchweg lachend zu. Sieund noch andere im Ort haben es gesehen: Der Lusser Jaggi istgar so oft nach Feierabend beim Unterschaller. Zwegn Bauer undBäuerin? Sicher nicht. Aber die Tilla, das„ Kind**), ist halbesZwanzig( 25 Jahre alt).
Die Unterschallerin lacht nur auf, Tilla wird ein wenig rot.Sie sagen nichts.
Scheinbar hat der Lusser Jaggl freilich jedesmal etwas mitdem Bauern zu reden gehabt. Aber die Tilla kennt sich aus. Er gehtnur ,, zan Daddelseil her"( er macht sich nur eine Ausrede!) DerJaggl ist ,, dullat", er erreicht seine geheimen Absichten, ganz imStillen führt er sie aus. Oft muß er länger praxn( umeinander-warten), bis er merkt, daß es richtig ist.
Am Neujahrstag haben der Lusser Jaggl und die UnterschallerTilla richtig„ Handstrach"( Handschlag= Verlobung) gefeiert mit-einander. Beim Handstrach zahlt im Wirtshaus die Gitsche¹). AlsZeichen der Verlobung tragen manche einen Ring. Ledige habennicht leicht einen Ring am Finger. Man redet gleich:„ Jetzt mußwohl eppes sein, das Dös( Ihr) an Ring tragt?" und vermutet einVerlöbnis.
*)., Kind"= die älteste Tochter.
1) Gitsche Mädchen.