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gesellschaftlich vollgiltigen Personen, den zu Hausstand und Wirtschaft ge-kommenen Bauern zu. Aehnliches ist auch von Holzschlag und anderenOrten überliefert.
Eine Hochzeit festlich und mit weitläufigem Brauch zu be-gehen gehört namentlich im mittleren und südlichen Burgenlandzu den gern gepflegten Lebensfreuden. Da und dort wird uns sogarnoch von der Aufrichtung eines lichtergeschmückten Hochzeits-baumes berichtet. Zum hübschesten, woran die alte besinnlicheVolkskunst des Burgenlandes zum Ausdruck kommt, gehören diealten Heiratsbriefe und Haussegen. Lehnen sich die ersteren oft inder Zierschrift und Ausstattung an die alten Meister- und Zunft-briefe an, so ergehen sich die Maler der Haussegen in aus-gesprochen volkstümlicher bildhafter Gestaltung, zeigen uns denWeingärtner, Blumenwerk, belebt mit Vögeln und allerhand Vier-füßlern und halten mit solch spielerischer Fülle die Ueberlieferungalter Illuminationskunst fest. Da gibt es Liederhandschriften,handgemalte Gebetbücher und allerhand altes Schriftwerk, dassolchermaßen als Familieneigentum noch in vielen Häusern be-hütet wird. Besonders das protestantische Bekenntnis tut sich inder Bewahrung alter Bücher und Schriften, Pflege alter Spiele undder Bewahrung sonntäglichen Bibellesens hervor. Allerorten sindzudem Volkslieder in jüngster Zeit in reicher Fülle gesammeltworden, ebenso Weihnachtslieder, die noch im Volk leben, ohnedaß man davon eigentlich wußte.
Bräuche, die mit Gepränge nach außen wirken sollen, wieunsere Flurumzüge, kirchlichen Prozessionen, Lesefeste, finden wirim Burgenland selten. Es hat sich das nicht entfaltet, weil dasPublikum gefehlt hat, die große schaulustige Menge. Ich möchtedas nicht für einen Nachteil halten, denn dadurch hat das Volk seineGesinnung keusch bewahrt: Nur am Kirchtag, in der Zeit der Ernte-fülle, geht die Stimmung über und es entfaltet sich auch nachaußenhin in den größeren Orten ein festlicheres Treiben. Den Orts-fremden aufgeschlossen ist die Bevölkerung vor allem durch einepatriarchale Gastfreundschaft.
Im Jahre 1929 fuhr ich mit meinen Studenten in den Seewinkelauf Begehung. Wir waren alle mitsammen in Bauernhäusern ein-quartiert. Für einen in sich dahin lebenden Haushalt ist es nichtangenehm, Nachtlager herzurichten, die von Fremdlingen just nurüber eine Nacht benützt werden, seien es auch gerade den Bauern,die selbst Söhne studieren lassen, gefühlmäßig näher gerückte