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barkeit ausgestatteten Siedlungen ist vielerorts noch der Dorf-pranger als ein Wahrzeichen der rechtlichen Selbstkontrolle derDorfgemeinschaft erhalten geblieben.
Seit nach der Türkennot die heimatliche Scholle der Bevöl-kerung wieder in friedsamer Arbeit ihr tägliches Brot gab, Handelund Wandel entlang den Straßen sich regte und besonders seit inden katholischen Landen das Wallfahrtswesen stark in Schwungkam, wurden Felder und Wege mit einer Fülle von Bildstöcken undAndachtssäulen ausgestattet, die sich zuallermeist an die viel-begangenen Wallfahrtsstraßen nach Eisenstadt- Oberberg, Stotzingund Loretto anschließen. Auch dem Rebengelände sind Marien- undDreifaltigkeitssäulen mit ihren weinumrankten Säulenschäften oftungemein stimmungsvoll eingepaßt und das Volk knüpft in langefortgeerbtem Hörensagen von Verschleppung und Errettung somanches alten Dörflers aus türkischer Gefangenschaft allerhandSagen an diese Gedenk- und Wahrzeichen inmitten ihres friedlichgewordenen Schaffens.
Nächst Schützen am Gebirge ist ein Kruzifixus in die Ast-zwiesel eines mächtigen Alleebaumes eingesetzt worden. Mag essich auch um späte Uebung handeln, spielt hier doch wahrscheinlichdie alte Volksvorstellung von einer besonderen Bedeutsamkeit derZwiesel mit. Schließlich sei auch der Erhaltung alter Steinkreuzebei der Johanneskapelle ober Müllendorf und an der Straßeneckesüdostwärts der Kirche in Trauersdorf sowie bei Marz als volks-tümlicher Wahrzeichen aus einer Zeit gedacht, wo die Stelle einesMordes oder Totschlages vielerorts in deutschen Landen durch einsolches Denkmal entsühnt wurde.
Haus- und Gehöfteformen sind auf der typisch fränkisch-mitteldeutschen Zivilisationsgrundlage erwachsen, die das Haus-wesen von Limburg in Holland über Mitteldeutschland hin bis weitin das Neusiedelland ostwärts der Elbe und im Donauostenbestimmte. Auf den quergeteilten Hausgründen des Geländes süd-lich von Zöbernbach vermochte der Bauer das Gehöfte oft fast biszum regelrechten Vierkant auszubauen. Ganze Dörfer, besondersin der Gegend von Landsee, wanderten als Maurer weitum undhaben im Lande im 19. Jahrhundert auch schon einen recht an-sprechenden Zwerchbau mit schmucken Fassaden zuwege gebracht.Das Landschaftsbild östlich des Neusiedlersees wird durch ganzgewaltige Stadelbauten mit tiefreichenden Schilfdächern belebt.Sie stellen uns ein Bild dörflichen Bauwesens vor Augen, wie es