Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde39 (1934) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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39 (1934) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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wenigstens in Teilen der Dorfgemarkung erhalten und nochbesteht selbst in Eisenstadt die alte Form der Hutweide für dasVieh, die in Niederösterreich vielerorts zugunsten der Stallfütterungseit einer Reihe von Jahren aufgegeben wurde. Wer Anlage undAusbau von Hausgründen und Waldhufenstreifen beobachten will,hat im südlichen Burgenland in der Gegend von Mogersdorf nochheute Gelegenheit dazu. In den eng geschlossenen Dörfern galt eseine Dorfgenossenschaft von starker innerer Verträglichkeit zu be-gründen, die denn auch bei Freikauf und Ablöse der Dorfgründe ausherrschaftlichem Besitz um die Mitte des 19. Jahrhunderts sich be-währt hat und mit allerhand Bittarbeit beim Hausbau, Dach-umdecken, Brandhilfe, Geburt, Hochzeit und Tod sich betätigt.Weit verbreitet ist auch noch die Einrichtung der Bursch, die allebei den Ackerarbeiten beschäftigten unverheirateten jungen Leuteumfaßt, die dementsprechend auch einen Pflug in ihrem Wirtshaus-zeichen führen. Daran, wie an den festen Formen der volkstümlichenDorfgerichtsbarkeit ist ein fester durch gemeindeutsche Sitte undBrauch bis auf die Gegenwart selbstbewußter, geweckter, arbeits-williger Bauernschlag erwachsen. Dabei ist dieser Volksbodendurch fast ein Jahrtausend immer wieder von Kämpfen und Stürmen,die hier zwischen Ost und West am heftigsten wogten und in denenjeder Ort fast nur auf sich selbst gestellt war, heimgesucht worden.Da hat man denn oft den heimatlichen Hof gramerfüllt preisgebenmüssen, ihn aber nach Brand, Zerstörung aus Waldversteckenhervor alsbald wieder aufgesucht und auf dem Alten von Neuemumso zäher aufgebaut. Damit hängt auch der verfestigte und eherabweisende Eindruck zusammen, den viele Ortschaften mit ganzwehrhaft anmutenden Scheunenfronten heute noch etwa entlangdem Zuge des Leithagebirges darbieten. Ist doch schon die Anlagedes Straßendorfes und zumal des Angerdorfes, das in der Regel denHauptverkehrsweg meidet, es wird senkrecht zu ihm angelegtund durch einen kurzen Zufahrtsweg mit ihm verbunden oder läßt ihnnur unter Befestigung passieren vom Gedanken der Wehrhaftig-keit bestimmt. Auch verhauartige Umzäunungen der Baumgärtennach mittelalterlicher Art kann man da und dort noch beobachten.Das Dorfleben wendete sich nach innen, dem Anger zu, wo Kirche,Gemeindehaus und Schule nach und nach ihren Platz fanden undauch fest gemauerte Fruchtstadel der Anrainer hin verlegt wurden.Ein kleiner Teich mit Bäumen belebt da und dort malerisch dasBild, am hübschesten wohl in Kleinhöflein. In den mit Marktgerichts-