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Deutsches Volkstum im Burgenland.
Nach einem Vortrag, gehalten im Juni 1930 im volkstümlichen Universitätskurs,von Prof. Dr. Arthur Haberlandt, Wien.
Wenn ich nach so mancher Erkundungsfahrt zur lebendigenVolkskunde des Burgenlandes etwas beitrage, so bekenne ich, michdarum mit zweifacher Sympathie bemüht zu haben. Meine eigeneFamilie gehört im Vater-, wie im Mutterstamm in mehreren Linienjenem Grenzland- Deutschtum zu, das sich noch über das Burgen-land hinaus von Preßburg südostwärts über Ungarisch- Altenburgbis Raab hin erstreckt hat. Gleicherweise hat sich in Oedenburg,Güns, Steinamanger neben und mit der Landbevölkerung eindeutsches Stadtbürgertum mit Gewerbe und Handwerk, in Kauf-mannsstand und Schule seßhaft gemacht und von da wieder seinenWeg in die Welt genommen. In Preßburg und Ungarisch- Altenburgist meine Familie gesessen, deren Stamm nun schon seit dreiMenschenaltern wieder auf deutschem Mutterboden der Wissen-schaft dient. Aber auch die Verwandtschaft, die einen staatsgemäßenAufstieg in die„ ungarische” Intelligenz nahm, gedenkt noch— undnicht ungern dessen, daß sie ihre besten geistigen Kräfte aus dempatriarchalen deutschen Kulturleben im Hause ihrer deutschenVäter auf westungarischen Boden gezogen hat. Verstärkt ein solchesFamiliengefüge an sich die innere Anteilnahme am Werdegang desuns nun auch staatlich verbundenen burgenländischen Deutschtums,so vertieft sich dem Wiener ja auch sonst wissenschaftliches Be-mühen um das Volksleben des Burgenlandes zu einer Schau in dieureigene Väter und Vorväterzeit. J. Haydn, mit einem schwäbischenBlutsanteil von Neusiedler Ahnen entsprossen, Jos. Hyrtl,J. Joachim, Jos. Kainz, Franz Liszt nordisch- dinarischerSohn eines urdeutschen Gutsverwalters und einer Kremserin inRaiding, um nur die bedeutendsten zu nennen, gehören jenemgeistigen Kreise zu, der von je den deutschen Boden jenseits derLeitha mit dem österreichischen Donauland innerlich einte, so wieHans Richter( geb. zu Raab), der Bildhauer V. Tilgner( geb.zu Preßburg), der Maler Angeli( geb. zu Oedenburg) von jenemkleinstädtisch- bürgerlichen Grenzlanddeutschtum den Weg nachWien und Oesterreich genommen haben. Zu Preßburg geboren warauch der Germanist Karl Julius Schröer an der Technik Wien,dem die deutsche Volkskunde die erste klassische Festlegung einesParadeisspiels altdeutscher Prägung in Oberufer bei Preẞburg