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Erzählung und zwar in der Kurzform des Witzes wiederfindet, der Mundartnach als schlesisch gekennzeichnet.„ Heilig Sant Marti, das lebig Opfer gibi der, hat di Frau g'seit, wo'n ere de Habik de güppel holt" lautet Nr. 316der 1914 in 2. Auflage erschienenen„ 1000 Bauernwitze"). Wirklichkeitsnähekönnen aber wohl nur die ältesten Aufzeichnungen dieses Schwankes fürsich beanspruchen. Wenn auch das Huhnopfer noch vor wenigen Jahrzehntenvorkams), ist es nicht anzunehmen, daß etwa Nicolai davon Kenntnis gehabt,oder auch der anonyme Herausgeber der 1000 Bauernwitze. Und wie stehtes damit, wenn der Schwank im Volke erzählt wurde? Ich glaube, er wurdejedenfalls längere Zeit und an Orten erzählt, wo das Opfer durchaus nichtüblich war. Immerhin gewinnen wir vom Standpunkte der religiösen Volks-kunde aus ein Zeugnis für dieses Opfer überhaupt, wie für seine volksmäßigeAufnahme.
Zum Schlusse möchte ich nur anführen, daß auch aus dem Liedguteinmal ein Beleg für dasselbe Opfer sich zu finden scheint. Bei der Unaus-gewertetheit unserer Liedsammlungen in stofflicher Hinsicht ist es keinWunder, daß dieses merkwürdige Erzeugnis der Volksdichtung bisher meinesWissens unbeachtet blieb. Werle bringt nämlich in seinem„ Almrausch")folgenden Vierzeiler:
,, Wann's du mi wilst schimpfn,
Muasst früaher aufsteh'n,
Muasst an roath' n Hahn opfern,
Und wallfahrt'n geh'n."
Wenn mir auch kein anderer Beleg für die Opferung eines roten Hahnesbekannt ist viel bekannter ist das Opfern eines schwarzen Huhnes-, sozweifle ich nicht, daß es sich um die Anspielung auf einen tatsächlichenGebrauch handeln dürfte, wenn er auch durchaus zu der Zeit, da dasSchnaderhüpfl
sein mußte.
gesungen wurde, durchaus nicht mehr in Schwange
Ein obersteirisches Nikolausspiel.Von Leopold Schmidt, Wien.
Im Museum für Volkskunde, Wien, befindet sich eine vierseitige Hand-schrift, welche ein Nikolausspiel und eine anschließende Luziferpredigt enthält.K. Reiterer, der die Handschrift dem Museum überlieferte, bemerkt auf derersten Seite: ,, In Lassing so gespielt. Aufgefunden in Mitterndorf a. d.S. am 5. 9. 1905( Riepelmeier)". Die Schrift des Spieles ist gut leserlich,wohl aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammend.
7) 1000 Bauernwitze. Kluge Derbheiten aus Bauernmund, München,Georg Müller.
8) Zum Alter wie zur gesamten Frage des Huhnopfers vgl. RudolfKriss: Die altbayrischen Wallfahrtsbräuche im Rahmen der Religions-wissenschaft,( Das Volkswerk, Bd. III).
9) A. Werle, Almrausch. Almliada aus Steiermark( Graz 1884), S. 239.