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„ Wildniẞ" ist in unserer Gegend die übliche Bezeichnung füralle leichteren Krankheiten, die man auf Verkühlung zurückführt,z. B. auch für den Schnupfen; Pilfas wird als ein schwerer Gradvon Wildniß angesehen. Als Vorbeugungsmittel gegen gichtisch-rheumatische Leiden trägt man auch in Bayern Alaun bei sich; auchbei anderen Krankheiten wird es als Amulett verwendet⁹). Ebensogilt die Roẞkastanie als gutes Schutz- und Heimittel bei Rheuma,Neuralgien, Krampf10); auch die Naturheilkunde empfiehlt, beirheumatischen Schmerzen Roßkastanien bei sich zu tragen oder imBett zu haben; sie erklärt die Heilwirkung aus der Radioaktivitätder Roßkastanie11). Möglicherweise ist das Mittel tatsächlich einnatürliches
Ein natürliches Mittel sieht Graf Michl auch im Rauchen":,, Zum Rauchen für die Pilves nimm. Eine Faust voll Gartenkurdabene-dickt, diesen zerschneiden, einen Eẞlöffel voll Hanefsamen, diesen zerstoßen.sonst springet er aus der Glut, dann Goldmühren und einen weißen Zucker,ein wenig von einen Pulvestast, dieses alles untereinander gemischt, dannnimm einen alten Mehlsack, den drähe um, aber nicht abstauben, dann, wennman es haben kann, Hanefreiste oder auch solches Werch auf den Sack etwasauseinanderbreiten, dann die Glut zuvor Salzen, dann dieses obige alles zu-sammen auf die Glut steuen, und den Mehlsack samt den Reisten über halten,daß der Rauch unter den Sack und Reisten geht, wens von Rauchen aufhört,den Sack sammt der Reisten um den Kopf zusammen binden, in das Bettgehen nicht mehr an die Luft. Dies tue ein oder drei Abende“.( A. 1171.)
Eine ähnliche Anweisung findet sich im Sympathiebuch:,, Nimm von Feichten Aesten, oder Grössing solche Knöperlein, welcheman Pülfes- Tschirtschlein nennt, dann von einen Pulfes- Ast, sei er von wasfür einer Art er will, dann solche Rindlein von Zaun, die der Wind beitelt,dann Ameisenpech, wilde Kösten, Gold- Mühren, und weisen Zucker, dennspare nicht er ist gut für das Gicht, dies schneide alles zusammen klein, undrühr es untereinander, so daß Niemand kennt, du kannst es sammeln undrichten wan du willst man gibt für eine Person ein vollen Eẞlöflvoll, dann beimselbigen Haus wo der leidende Mensch ist, beim Laben Thür Drischwel,Rauchstuben Drischpel, und wenn bei der Rauchstuben auf einer Seiten dreiFenster sind, außerhalb beim mitleren Fenster drei Schätlein wegschneidenund auch von jeden Thürdrischpel so, diese neun Schättlein klein zerschneiden,und unter die andere Stup mischen, man Salze die Glut, und schittet dendritten Theil von der Stup darauf, und beräuchere einen alten meligen Mehl-sack, und leg in dann warmer auf den leidenden Ort, und gehe nimmer aufdie Weit hinaus, dis thue drei Abende".( Seite 518-521, 3 Punkte.)
9) Hovorka- Kronfeld, a. a. O., II, 257. H. d. d. A. I, 239.
10) Hovorka- Kronfeld, a. a. O., II, 292, Fossel, Volksmedizin und me-dizinischer Aberglaube in Steiermark, 165. H. d. d. A. V, 373.
11) Matthäus- Zöbisch, Alte Volksheilkunst in neuem Lichte. Dresden( 1932), 45.