Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde38 (1933) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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38 (1933) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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leicht, so nimmt man von frischer Quelle, wo eine Rindel oder Rohrist, und fange selbiges Wasser auf, welches hinter rinnet.. Tragees stillschweigend, und ohne zurück Schauen nach Hause zumFeuer". Als Schüssel, in die das Wasser gegossen werden soll,empfiehlt er eine solche, die einwendig am Boden diesen IHShochen Namen hat". Nach dem Gebrauch des Wassers gieße esdem Stromm nach in fließendes Wasser, und hohle jedesmal neues.Ist auch mit dem Pulves- Wasser, beim Auffangen und Weggießeneben so zu thun".( A. 1093-1097.)

Ein alter Bauer, der den Graf Michl wiederholt wegen Pilfasaufgesucht hat, verriet mir, daß es noch eine andere Erkennungs-möglichkeit gebe: Eine geschossene Bleikugel( eine Kugel, diedurch einen Gewehrlauf gegangen ist; als man noch häufig Scheibenschoß, waren solche Kugeln leicht zu haben), wird in ein kleines Pfanndl( ohne Fuß) gegeben und dieses bleibt solange über demFeuer, bis das Blei geschmolzen ist. Darauf wird das Blei in eineSchüssel gegossen, die dem Kranken auf die schmerzende Stellegesetzt wird. Die Schüssel- es soll eine irdene mit dem hohenNamen sein muß Wasser von einen solchen Brunnen enthalten,über dessen Zuleitung( Rohre) Braut und Leichn" gehen. DasBlei gstodet( stockt) sogleich und nimmt, wenn man die rechtePilfas" hat, die Form des kranken Teiles des Kopfes an, hat alsoz. B. die Form des Kaipoans( Kiefers) oder der Hirnschâln".Beide Orakel sind auch anderswo gebräuchlich. Ein demunsrigen ähnliches Haferorakel dient den Tschechen zur Fest-stellung der Střille, Oustřele( Pfeil, Schuß), worunter sie dasOhrenstechen, wie überhaupt alle neuralgiformen Kopfschmerzenalso dasselbe Leiden verstehen5). Bleigießen zur Krank-heitserkennung ist in den deutschen und in den nordischen Ländernüblich6); der Hexenhammer nennt es als ein Mittel zur Feststellung,ob der Kranke vom bösen Blick betroffen wurde7).

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Ist nun auf diese Weise die Krankheit als Pilfas gesichert,so ist es noch notwendig zu wissen, welche Pilfas der Kranke hat,denn es heißt( mit der aus dem Zahlenaberglauben zu erklärendenUebertreibung): Pilvesen sollen 77 sein, so wie Fiebern, Fraßen,Gichter und Schwund, es ist ein Samm- Pilves, Stamm- Pilves,

5) Hovorka- Kronfeld, Vergleichende Volksmedizin, II, 813 f.6) Hovorka- Kronfeld, a. a. O., II., 690 f., 878. L. Hagberg, Läkedoms-konst, Svenska Kulturbilder, fjärde bandet, del VII o. VIII, 307.

7) Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens, I., 1392.