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Vulpesco Michel: Les Coutumes Roumaines périodiques.E. Larose, Paris 1927. Gr.- Oktov, 303 Seiten.
Das Buch enthält eine kurze Vorrede von Gennep und behandeltdie Jahresbräuche des rumänischen Volkes in kalendarischer Reihenfolge,nach Winter, Frühling und Sommer angeordnet, sodann einige Gebräuche,die an keinen bestimmten Zeitpunkt geknüpft sind. Die anschließende Biblio-graphie führt auf 34 Seiten einschlägige Arbeiten in rumänischer Sprache an,wobei die nicht ohne weiters verständlichen Titel französisch wiedergegebensind. Endlich werden reichliche Literaturangaben über die altrömischen Salier( in lateinischer, deutscher, französischer, rumänischer, italienischer undenglischer Sprache) gebracht.
Den Auftakt bildet die anschauliche Schilderung einer Wolfsjagd inder Andreasnacht, in der nach dem Volksglauben die ungezählten Wölfe desLandes am grimmigsten sind. Am Vorabend des Weihnachtsabends, in derNacht vom 23. auf den 24. Dezember, gehen die Kinder unter Weihnachts-wünschen und Bettelsprüchen von Haus zu Haus. Am Morgen des 24. De-zembers wird das Weihnachtsschwein geschlachtet, und zwar häufig unterLautenbegleitung( Opfermusik). Am Weihnachtsabend selbst werden von jezwei Kindern vor den erleuchteten Fenstern der Häuser im Wechselgesangdie Colindes gesungen, deren Inhalt sehr verschiedenartig ist. Bald feiern siedie Jugend, die Liebe, die Schönheit, den Mut, den Krieg; bald sind es histo-rische Lieder. Der Brauch der Sternsinger, die steaua, ist völlig verchristlicht;der Inhalt ihrer Gesänge ist der hl. Schrift entnommen. Hingegen bewahrt derMummenschanz und Bettelumzug der Brezaia, ein Seitenstück zu unsererKlappergeiß, am ersten Weihnachtstage ausgeführt, noch viele altheidnische Glossar ::: zum Glossareintrag altheidnischeZüge. Auf ihren vorchristlichen Ursprung weist schon die Volksmeinung, werdie Brezaia, die Ziege, darstelle, dürfe sieben Jahre lang keine Kirche betreten.In der Zeit vom 25. Dezember bis zum 7. Jänner führen bäuerliche Darstellerin den Dörfern im Freien die Szene zwischen Herodes und den Heil. 3 Königenauf. In den großen Städten wird das Schauspiel, zur Farce verzerrt, auf einemherumgetragenen Marionettentheater vorgeführt( die Texte werden zur Gänzemitgeteilt). Am Silvesterabend suchen die jungen Mädchen auf verschiedeneabergläubische Art etwas über ihren Zukünftigen in Erfahrung zu bringen.Am Neujahrsmorgen hingegen begeben sich die jungen Männer mit einemPflug gruppenweise vor die wohlhabendsten Häuser. Sie vollführen den auchunter den Deutschen bekannten Fruchtbarkeitsritus des Pflügens und Säensunter Peitschenknallen, Schellengeklingel und dem Gebrüll von Brumm-töpfen. Die Vasilca ist ein ausschließlich von Zigeunern Glossar ::: zum Glossareintrag Zigeunern ausgeführter Weih-nachtsbrauch; dabei wird unter Hersagen eines langen Spruches auf einemTeller ein umkränzter Schweinekopf von Haus zu Haus getragen. Die sorcovaist ein Gabelzweig, der, mit künstlich getriebenen Obstbaumblüten geschmückt,unter Neujahrswünschen von den kleineren Knaben in die Häuser gebrachtwird. Sie ist als Lebensrute zu betrachten, wie sie auch ursprünglich unserPalmbusch war. Die boboteaza, die„ Taufe Christi", besteht darin, daß derMetropolit von Bukarest ein Kreuz, nach dem sofort einige Männer tauchen,in das eisige Wasser des Donaustromes wirft. Als Abschluß der Winterbräuchewird eine ländliche Spinnstube( sezatoarea), geschildert.