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Judentums, die einen sehr lesenswerten Bericht über einen inhaltreichenVortrag des gleichen Themas darstellt. Endlich in Heft 5/6 die recht beachtens-werte Abhandlung von Dr. Berndt Götz:„ Der magische Mensch imUrteil des Märchens“. Eine Fülle anregender kleinerer Mitteilungen und Be-sprechungen von Neuerscheinungen findet sich jedem Hefte beigegeben. Wirwünschen der Zeitschrift recht gedeihlichen Fortgang.
Prof. M. Haberlandt.
Müller Alfred: Die sächsischen Weihnachtsspielenach ihrer Entwicklung und Eigenart. 7. Heft der vonA. Spamer und A. Zirkler herausgegebenen Sammlung„ Sächsisches Volks-tum". Mk. 3.—.
Nach einer Darstellung der Entwicklung des Weihnachtsfestes und-spieles folgt eine sehr eingehende Uebersicht über die sächsischen Hirten-,Engel- und Königspiele in ihren mannigfachen Erscheinungsformen vom ein-fachen Umzugsspiel bis zum großangelegten Schauspiel des 18. Jahrhdts.Sehr bemerkenswert sind u. a. Ausführungen über die Umdeutung lateinischerTexte, wie des
,, Puer natus est in Bethlehem, unde gaudet Jerusalem"zu ,, Bernardus in Bethlehem, aute gute Jerusalem“( S. 23).sowie über das Eindringen gelehrt- literarischer Bestandteile und Fremd-wörter, welche ganz seltsam anmuten, wie:
,, Verzeih', o großer Fürst, daß wir dich irritieren
Und dieses fremde Wort in unserm Munde führen."( S. 29).Auch das Verhältnis des Protestantismus zu den Spielen, sein Einfluß auf dieGestaltung von Figuren, wie des Herodes, hat seine Darstellung gefunden.
Einbandzeichnung wie die beiden schattenrißartigen Holzschnittestammen von dem sächsischen Heimatkünstler Alfred Hofmann- Stollberg.Wäre es nicht zu bedenken, ob als Bildbeigaben zu ähnlichen Werken nichtAufnahmen von Spielen, Spielkleidern und-geräten oder Faksimiledruckevon Handschriften den Text wesentlich mehr unterstützen würden, als Werkeheutiger Künstler?L. Schmidt.
Herbert Achterberg: Interpretatio Christiania. In„, Formund Geist". Band 19. Leipzig, Hermann Eichblatt, 1930.
Gegenstand vorliegender Untersuchung ist die Erörterung der Frage,für welche germanischen Glaubensgestalten in der Frühzeit der Bekehrungdie Begriffe ,, Diabolus“,„ Unholde“ und„ Daemones" angewendet wurden.Die Arbeit hat wesentlich Neues allerdings nicht zu Tage gefördert, da dieTatsache als solche schon lang bekannt war. Immerhin jedoch bleibt es dasVerdienst des Verfassers, durch in weitestem Ausmaße erfolgte Heranziehungvon Quellenmaterial eine breite und solide Basis für Untersuchungen aufdiesem Gebiete geschaffen zu haben. Das weitschweifige und umständlicheVerfahren, mit dem ein verhältnismäßig einfaches Problem behandelt wird,steht diese Feststellung muß gemacht werden in keinem Verhältniszu den zu Tage geförderten Ergebnissen. Die eingeschlagene Methodik wirdsich jedoch einmal bewähren, wenn man sie, wie nach diesem Anfange zuhoffen sein wird, auf schwierigere und bedeutsamere Probleme der deutschenChristianisierungsgeschichte anwendet.Dr. Rudolf Kriss.
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