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und Tagebüchern des Verfassers. Ueber alle Einzelheiten hinweg kann mandazu nur sagen: so muß man es machen, um wirklich volkskundig zu werden.Auch gedanklich wird der im Buche ordentlich gesichtete Stoff solchermaßenzu einer Fundgrube für den um die Probleme der Volkskunst Bemühten.Methodisch möchten wir die umfassende Heranziehung von sehr unter-schiedlichen Quellen als begrüßenswert hervorheben. Stiche alter Kleinmeisterboten eine Fülle von Beispielen für bauliche Probleme wie für Kleingerätund allerwärts erwächst aus der zeichnenden Nachbildung Verständnis fürdas beschaulich hier ausgebreitete Schaffen des Volkes selbst. Hätte derDeutsche Werkbund Ehren und Auszeichnungen zu vergeben, hier wäre einLebenswerk des Ehrens sicher wert!A. Haberlandt.
Volkskunst in Dänemark. Von Jörgen Olrik, Kopenhagen.( Sonder-druck aus: Deutschland und der Norden( Umrisse, Vorträge, Reden). Heraus-gegeben von Prof. Dr. Carl Petersen( Kiel), Ferdinand Hirt in Breslau.
Im Umkreis der europäischen Volkskunst bildet die uns schon ausvortrefflichen dänischen Museumspublikationen bekannte dänische Volks-kunst ein Uebergangsglied von der Bauernkunst des mitteleuropäischen Fest-landes zu der nordisch geprägten Volkskultur auf der Skandinavischen Halb-insel. Aehnlich der südschwedischen Volkskunst von Schonen ist der ländlicheKunstfleiß Dänemarks der von schlichten Bewohnern der Ebene, wobei indie Einheitlichkeit der Landkultur die Seemann- und Schifferkultur manchenfrischen, mehr weltläufigen Zug gebracht hat. Kunstgeschichtlich betrachtetscheint die dänische Volkskunst am stärksten in der bürgerlichen Kultur- undFormenwelt der Renaissancezeit zu wurzeln, wenn auch auf verschiedenenGebieten ältere Formelemente erhalten geblieben sind, wie namentlich in deraltüberkommenen ländlichen Bauweise und der volkstümlichen Hausein-richtung. Die vorliegende, mit zahlreichen schönen Abbildungen bereicherteAbhandlung beschäftigt sich mit der Einrichtung der getäfelten oberstenStube oder„ Großstube"( Storstiel) in den wohlhabenderen Bauernhäusernauf Seeland und in Nordschleswig, wobei das Tischendstück, das ehrwürdigsteund im Hause am meisten hervortretende Täfelungsstück hinter dem Platzedes Hausherrn besondere Beachtung erfährt. Ebenso werden das eigentlicheHausgerät, die Klappbank, die Truhe, die Stühle, die Truhen- oder Schrank-tische, die Schranktypen in sehr sachkundiger Art behandelt, wobei die bei-gegebenen Abbildungen die Darstellung willkommen unterstützen. Größeresvolkskundliches Interesse haben die weiterhin beschriebenen Kleingeräte, wieMangelbrett, Klopfbleuel, Flachsschwinger, Garnwischer, Bandwebe, Näh-kasten und ähnliches, von den jüngeren Männern des Hausstandes als Minne-gaben angefertigt. Von Metallarbeiten, die meist von der bürgerlichen Kulturabgeleitet sind, werden die Volksschmuckstücke aus Amager ausführlicherbehandelt. Engeren Anschluß an den überlieferten Geschmack des Land-volkes hat die volkstümliche Töpferei, unter welcher die schwarzen, wohl aufrömische Industrieprodukte zurückzuleitende„ Jutentöpfe" besonderes Inter-esse verdienen. Endlich erfahren noch die volkstümlichen Textilien undStickereien eine sehr willkommene ausführliche Darstellung. Eine Uebersichtüber die vorhandene Literatur beschließt die sehr dankenswerte Arbeit.Prof. M. Haberland t.