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sein. Aus ihr schreibt sich im übrigen die dem Albaner noch heute eigene, über dieBegriffe des Mitteleuropäers hinaus so durchaus wohlbeschlagene Kalkulationvon Dienstverrichtungen und Leistungen her. Das Futtergras eines Tragtieresgetrennt von der Bezahlung der Nächtigung zu verrechnen, ist z. B. in einemLand mit regem Säumerverkehr eine jahrhundertealte Selbstverständlichkeit.Der Preis ist nun freilich für die Albanien seit Jahren besuchenden Fremd-länder ein anderer als der übliche und auch im Kriege dem Sachkundigen undBedarfheischenden mit geradezu schwedischer Gründlichkeit gegenüber denk. u. k. Papierzetteln valutarisch festgehaltene Marktpreis.
Dies einige erläuternde Feststellungen, die der frischen Erzählung desVerfassers keinen Eintrag tun mögen, sondern lediglich die unterschiedlichenBlickpunkte dartun sollen, die der Volksforschung gegenüber individuellenReiseeindrücken ergibt.
Eines allerdings hat der Fachforscher auch gemeinhin als Oesterreicherdem Büchlein kritisch anzumerken. Es ist manchenorts von den beginnendenKulturwerken, der Straßenentwicklung Albaniens usw. die Rede. Da hättees nichts verschlagen, es ausdrücklich festzuhalten, daß es zuallermeist dieKulturleistungen österreichisch- ungarischer Truppen sind, deren Erbe dasneue Regime in Albanien übernommen hat.
Hofrat Prof. Dr. Rudolf Meringer+.
Im Februar dieses Jahres verstarb im 72. Lebensjahre unserEhrenmitglied und langjähriger Freund, der emeritierte Universitäts- ProfessorDr. Rudolf Meringer, der berühmte Sprach- und Altertums-forscher der Grazer Universität, dessen vielseitige wissenschaftliche Tätigkeitauch der Volkskunde in hohem Maße zugute gekommen ist. Schon imJahre 1884 hat der damals jugendliche Gelehrte durch seine in den„ Mit-teilungen der Wiener anthropologischen Gesellschaft" erschienene Studie über,, das Bauernhaus von Altaussee" den Anstoß gegeben, im Kreise dieserGesellschaft das Studium der österreichischen Bauernhausformen auf-zunehmen. I. R. Bünker, A. Dachler, A. Pecz, G. Bancalari u. A. haben dieseStudien auf Grund eingehender und weitreichender Streckenforschung dannaufs erfolgreichste weiter gefördert. Sie wurden schließlich in den vom öster-reichischen Ingenieur- und Architektenverein herausgegebenen und vonM. Haberlandt und A. Dachler bearbeiteten großen Tafel- Werke( mit Textband):„ Das Bauernhaus in Oesterreich- Ungarn" zu einem vor-läufigen befriedigenden Abschluß gebracht. Auch für die Geschichte und dievolkskundliche Stellung des Hausrates hat R. Meringer grundlegendeForschungen beigebracht; in dem Buche:„ Das deutsche Haus und seinHausrat"( 1906), hat er schließlich alle seine einschlägigen Arbeiten zu-sammengefaßt. Weitaus am bedeutendsten und bahnbrechend hat R. Meringermit der von ihm nach J. Grimm aufgegriffenen und auf das Vielseitigste ver-folgten wissenschaftlichen Parole„ Wörter und Sachen" gewirkt, fürwelche er in der von ihm unter gleichen Titel herausgegebenen anerkannt