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allgemeiner Spannung die Lade herausgetragen und gleichfalls aufdie beiden Stühle gegeben. Indes sie die Umstehenden mit Ehr-furcht betrachten, kommt der Altzechmeister mit seiner Frau, dieMusik beginnt zu spielen und das Paar tanzt dreimal feierlich umLade und Krone herum. Darauf beginnen auch die anderen Zunft-mitglieder den Rundtanz und rasch folgen viele Zuschauer. Gleichbei Tanzbeginn bringen mehrere Burschen Flaschen mit Wein undGläser und beginnen die Tänzer und Zuschauer unter Scherzen undJauchzen zu bewirten. In einer Tanzpause erhalten auch dieMusiker Wein und sogar Backwerk. Für die ganze Bewirtung kommtder abtretende Zunftvorsteher auf. Nach einer ziemlichen Weilelustigen Treibens stellt sich der Zug von neuem zusammen; vorander„ Zechknecht" als„ Wegweiser” und„ Zeremonienmeister", danndie Musik, die Burschen mit der Krone und zwei andere mit derLade, die sie auf den Schultern tragen, dahinter die Burschen mitden Flaschen und Gläsern, dann die übrigen Burschen und Männerder Zunft sowie alles andere Volk. Unter Jauchzen und Trompeten-geschmetter wird zum ersten der edlen Gönner marschiert, der„ zu einem Besuch" eingeladen hat. Bei ihm wird Halt gemacht,Lade und Krone wieder vor dem Hause auf Stühle gestellt undjener tanzt ebenfalls drei. Ehrenrunden. Abermals wird währenddes weiteren Tanzens Wein herum gereicht, und zwar aus demKeller des Besuchten. So geht es mehrmals durch das Mistel-bacher Winzerviertel, durch das sogenannte„ Dorf”. Der Zug wirddabei immer lebhafter, die Burschen heben unter Jauchzen dieehrwürdige Lade und Krone hoch empor und schwingen siebeängstigend. Jedes Jahr wird auch der alte Herr Trestler besucht,der Ehrenzechmeister der Zunft, der oft die Würde des Vorstehersbekleidet hatte. Erstaunlich rüstig, macht er seinen Ehrentanz,bewirtet die ganze Heimat voll Stolz und zieht fröhlich mit herum,bis man endlich zum neuen Zechmeister kommt, wo wieder Ehren-tanz, allgemeines Tanzen und Bewirtung folgen. Dann wird dieLade in das neue Zechmeisterhaus getragen, drei Mitglieder derZunft, welche die Schlüsseln in Verwahrung haben, sperren sienun entblößten Hauptes auf, übergeben die geöffnete Lade demnunmehrigen Vorsteher 4), wobei der Inhalt besichtigt und genauüberprüft wird, ob nichts von den Zunftschätzen fehlt.
4) Leider sind alle dabei einst üblichen Spruchformeln in Vergessenheitgeraten. Nach einem Berichte des Herrn Inspektors Karl Katschtaler von 1909