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Tätigkeitsbericht des Vereines und
Museums
für Volkskunde für das Jahr 1930.
In stetiger Fortführung und Erweiterung der dem Verein und Museumfür Volkskunde gestellten Aufgaben verlief das Berichtsjahr, wie die letzt-vorangegangenen, mit durchaus befriedigenden Erfolgen. Ihr seit derCründungszeit stets festgehaltener und bewährter Charakter als der einerzentralen volkskundlichen Arbeits- und Forschungsstätte konnte nach mehrerenbelangreichen Richtungen weiterhin befestigt und ausgebaut werden. Die Be-gründung der österreichischen Volkskunstkommission,der die berufensten Fachmänner Wien's wie sämtlicher österreichischerLänder mit dem Versprechen eifriger Mitwirkung beigetreten sind, wie derwesentliche unserer Museumsleitung zugefallene Arbeitsanteil an der Ver-wirklichung eines großen volkskundlichen Unternehmens, wie es der in Vor-bereitung befindliche„ Atlas der deutschen Volkskunde" dar-stellt, sind besonders in dieser Hinsicht anzuführen. Aber auch die eigenstenAufgaben unserer Vereinigung und unseres Museums haben uns in immerhäufigere und engere Berührung mit weiter gezogenen Kreisen der Be-völkerung gebracht. Stetig verstärkt und verbreitert sich so in erfreulichemMaße die Grundlage, auf der unsere wissenschaftliche und volksbildnerischeArbeit fußt.
Unser wissenschaftliches Vereinsorgan, die„ Wiener Zeitschriftfür Volkskunde", deren 35. Jahrgang im verflossenen Jahre herauskam,brachte neben wertvollen Beiträgen von Dr. L. Weiser- Aall, Hofrat Dr. E.Prettenhofer, Prof. Heinrich Jungwirth, Dr. Rudolf Kriss, J. Manninen, GiselaMayer- Pitsch u. A. besonders auch den neuen ausführlichen ,, Führer"durch die Sammlungen unseres Museums, den der Direktor Prof. Dr. ArthurHaberlandt in mehrmonatiger Bemühung ausgearbeitet hat. Er liegt nunmehrauch in Sonderausgabe, mit 24 Bildtafeln ausgestattet, zum Gebrauch desBesuchers auf. Derselbe trägt nicht nur dem im Verhältnis zu dem Bestandbei der Museumseröffnung 1920 vielfach geänderten Bild der gesamtenSammlungen in allen Stücken Rechnung, sondern er bemüht sich zugleichdem Besucher durchwegs eine volkskundliche Belehrung über den ganzengroßen Museumsstoff zu bieten. So wird diese mühevolle Arbeit dem Museumfür Volkskunde und seinen Besuchern erhofftermaßen Nutzen in reichemMaße bringen. Insbesonders in der Hand des Lehrers bei den Schulbesuchenwird er sich sicher sehr ersprießlich erweisen. Für die Drucklegung des neuenFührers und seine stattliche bildhafte Ausstattung gewährten Spenden der,, Deutsch- Oesterreichische Wissenschaftshilfe“ und der Kammer für Handel,Gewerbe und Industrie, sowie die kostenlose Beistellung von Bildstöckendurch Herrn Kommerzialrat A. Krampolek willkommene Beihilfe. AllenSpendern sei hier auf das Verbindlichste gedankt. Auch das OesterreichischeMuseum für Kunst und Industrie hat dankenswerter Weise eine Reihe ältererDruckstöcke von Gegenständen dem Museum für Volkskunde zur Ver-fügung gestellt.