Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde36 (1931) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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36 (1931) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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spielt bei sehr vielen Sympathiemitteln eine große Rolle und wirdvon Höfler auf die 30- tägige Nornen- Kultzeit der Germanen zurück-geführt.( S. 75).

Vergl. Zingerle: Sitten, Bräuche und Meinungen d. Tiroler Volkes,S. 109 u. 203, v. Havorka- Kronfeld. Vergl. Volksm. I. 264. Moses, Krankheits-beschwörungen und Sympathiemittel in Nieder- Oest., Z. f. öst. Vk., Wien,1903, S. 211. Fossel, Volksmed. u. mediz. Abergl. in Steiermark. S. 107, 157.

Afelabbeten".

Das Afelabbeten hat eine gewisse Aehnlichkeit mit demSchwundabbeten. Wenn eine Wunde näßt( Afelwasser"), wenn sie schwärt" oder schwürt"( eitert), wenn sich wildes Fleisch"( Granulation) bildet, wenn es hineinfriẞt", wenn also dieWunde nicht gut abheilt, so sagt man sie tuat afeln".

Nach O. v. Zingerle wird das Wort Afel schon in einer altenHandschrift des XV. Jahrhunderts erwähnt. Es heißt dort: Für denafel sprich diesen segen"( Segen und Heilmittel, Z. f. Vk., Berlin1891, S. 173). So wie der Afel die Wunden bösartig macht, so ist der Winneẞ" eine Komplikation, die bei verschiedenen Leidendurch einen schädlichen Luftzug entsteht. Dies äußert sich in einerEntzündung, einer Geschwulst oder Verhärtung u. dgl. Man sagtin Salzburg es kommt der Winneẞ drein" oder es hat dich halt derWinneẞ derwischt". Andere Bezeichnungen sind Wildniẞ" oderWindnis" in Tirol, Wildniẞ" auch in Steiermark( Fossel, Volksm.u. medizinischer Abergl. in Steiermark, S. 150), auch Bildnaisch"in der Gottschee( Tschinkel, Zur Gottscheer Volksk., Z. f. österr.Volksk. 1909).

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Warzenwenden".

An einem kranken Freitag", d. i. ein Freitag im abnehmendenMond, ehwenn das Manat neu wird", macht man mit einer Speck-schwarte drei Kreuze über die Warze und sagt: Im Namen GottesVaters und des Sohnes und des hl. Geistes( nicht Amen). DerSpeck wird dann unter der Dachtrapf" Dachtraufe) vergraben.

Man betet noch drei Vaterunser zu Ehren des bitteren Leidens undSterbens Jesu Christi, darf aber auch hiebei nicht Amen sagen.Dieser Vorgang soll an drei kranken Freitagen wiederholt werdenund dann sollen die Warzen verschwunden sein. Das Vergraben derSpeckschwarte soll an jener Seite der Dachtraufe erfolgen, welchevon Sonne und Mond beschienen wird.( Umgebung von Waidhofena. d. Ybbs).